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Werkstatt-Ausstattung: Prüfstraße als Filter

Die beiden Prüfhallen von SSR sind nach Elektronik- und Mechanik-Prüfungen (rechts) getrennt.
© Foto: Marcel Schoch

Kfz-Betriebe müssen bei Planung und Bau einer Prüfstraße auf vieles achten, damit sich die Investition tatsächlich auch amortisiert. Wie man hier am besten vorgeht, darüber berichtet Stefan Schlund von der SSR Performance GmbH in München.


Datum:
22.03.2022
Autor:
Marcel Schoch
Lesezeit: 
5 min
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Kurzfassung

Damit eine Prüfstraße ihre Aufgabe erfüllen kann, muss sie der Arbeitsstruktur der Werkstatt angepasst sein. Was hier bei Planung und Ausführung zu beachten ist, zeigt der Beitrag anhand der Werkstatt SSR Performance GmbH.

Ortstermin im Euro-Industriepark im Münchener Stadtteil Freimann. Dort ist die Firma SSR Performance GmbH seit 2019 ansässig. Der Kfz-Betrieb ist auf Reparatur, Wartung und Service von High-End-Sportwagen aller Marken, Typen und Baujahre spezialisiert. Geschäftsführer Stefan Schlund war beim Bau des Firmengebäudes mit integrierter Werkstatt maßgeblich mitverantwortlich für Planung und Ausführung. Unterstützung hatte der Unternehmer von den Werkstattprofis des Ausrüsters Neimcke. Das Team von Neimcke war beinahe an jedem Planungsschritt der neuen Werkstatt von SSR beteiligt. So auch bei der Planung der Prüfstraße.

Wie die Prüfstraße an die Werkstatt angeschlossen werden soll, war eine der wichtigsten Fragen im Planungsprozess: "Hier gibt es drei Möglichkeiten", sagt Schlund. "Als eigenständige Einheit mit Durchfahrt nach außen, als Kopfannahme und als Variante mit direkter Durchfahrt in die Werkstatt." Letztlich wurde die Kopfannahme favorisiert - aufgrund der Statik des Gebäudes. "Wir haben bei der Planung der Zentralwerkstatt Wert darauf gelegt, dass die Werkstatthalle möglichst groß ist", erinnert sich Schlund. "Unsere Werkstatt wurde schließlich mit 440 Quadratmetern groß genug, um zehn Arbeitsplätze einzurichten." Jedoch durften die Seitenwände aus statischen Gründen nicht mit einer Durchfahrt von der Prüfhalle durchbrochen werden.

Deshalb wurde in den beiden Nebenhallen je eine Prüfstraße eingebaut - nicht zuletzt, um längere Blockaden durch Kundenfahrzeuge auf der Prüfstraße zu vermeiden. "Die beiden Prüfhallen haben wir mit unterschiedlichen Hebebühnen, Diagnose- und Prüfgeräten ausgestattet", erklärt Schlund. So können in der westlichen Prüfhalle Fahrzeuge bis fünf Tonnen Gewicht auf der Vier-Stempel-Fahrbahnbühne angehoben werden. Sie wird daher heute vor allem für schwere SUV und Limousinen genutzt.

Getrennte Prüfungen

Hier sind auch die Kalibrier- und Justiereinrichtungen für die Fahrerassistenz-Systeme untergebracht sowie alle lichttechnischen Diagnosegeräte. Auf der Unterflur-Fahrbahnhebebühne sind zudem die Platten für die elektronische Fahrwerksvermessung integriert. "In dieser Halle sind wir in der Lage, alle elektronischen Fahrzeugsysteme zu prüfen", erklärt Schlund. "Bei unserer zweiten Prüfstraße in der östlichen Halle liegt der Schwerpunkt auf den mechanischen Komponenten." Hier findet sich dann im Einfahrtsbereich ein Achsdämpfungsprüfstand, im Anschluss daran der Bremsenprüfstand und dahinter eine Unterflur-Zwei-Stempel-Hebebühne mit integriertem Fahrbahn-Radausheber und Gelenkspieltester. In beiden Prüfhallen sind leistungsstarke Abgasabsaugungen eingebaut. "Es wird immer mehr zur Regel, dass bei OBD-Updates oder beim Auslesen der Motor laufen muss", erklärt Schlund. "Deshalb werden leistungsfähige Absaugungen bei Prüfstraßen immer wichtiger."

Sehr große Bedeutung hat bei jeder Prüfstraße auch die lichttechnische Ausstattung. Hier empfehlen die Werkstatt-Experten von Neimcke LED-Lichtleisten, die am inneren Rand der beiden Fahrbahnen der Hebebühne angebracht sind. Sie garantieren eine gleichmäßige schattenfreie Ausleuchtung des Fahrzeugunterbodens.

Für HU tauglich

Bei der Planung der Prüfstraßen wurde von vornherein daran gedacht, sie auch für die Hauptuntersuchung zu nutzen. Der Bremsenprüfstand erfüllt mit Asanetwork-Livestream die ab 1. Januar 2020 in Kraft getretene Bremsenprüfstands-Richtlinie. Auch der Einstell- und Prüfplatz für die Scheinwerfer erfüllt die aktuell gültige Richtlinie.

Alle Prüf- und Diagnosegeräte sind an das DMS von Werkstatt und Verwaltung angeschlossen. Von der Direktannahme über die Fahrzeugprüfung bis hin zur Qualitätsprüfung entgehen so keinerlei Daten. Auch können Ersatzteile schon direkt bei der Diagnose bestellt und in den Auftrag bzw. in die Rechnung eingearbeitet werden. "Unsere beiden Prüfstraßen sind wie ein Filter, der der eigentlichen Werkstatt vorgeschaltet ist", sagt Stefan Schlund. "Durch die exakte Diagnose auf der Prüfstraße kommt es zu keinen Fehlplanungen und unsere hochspezialisierten Arbeitsplätze werden nicht unnötig blockiert." Eine gut geplante Prüfstraße kann quasi als Multi-Instrument die Prozesse in der Werkstatt maßgeblich beeinflussen. Je genauer die Prüfstraße den Arbeitsabläufen in der Werkstatt angepasst ist, desto schneller wird sich die Investition amortisieren.

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