Reifenservicemaschinen werden besonders während der Radwechselsaison stark beansprucht. Bei richtiger Pflege kann eine Werkstatt solche Maschinen trotzdem über viele Jahre ohne Einschränkungen einsetzen. Generell als anspruchslos gelten Radauswuchtmaschinen. Hier kommt es vor allem auf deren Sauberkeit an. So sollte besonders die Anlagefläche regelmäßig gereinigt und frei von Flugrost gehalten werden. Das ist wichtig, weil schon eine geringe Verschmutzung auf der Anlagefläche dazu führen kann, dass ein Rad nicht plan aufgespannt wird, was unweigerlich das Auswuchtresultat beeinträchtigt. Auch die Welle, auf welcher das Rad verspannt wird, sollte der Anwender immer sauber halten. Gleiches gilt für die Spannmittel, welche ebenfalls regelmäßig gesäubert werden müssen.
Spannmittel regelmäßig reinigen
Übrigens verschleißen die Spannmittel im Gebrauch. Häufig genutzte Konen, welche schon Einlaufspuren zeigen, sollte die Werkstatt auswechseln. In regelmäßigen Abständen ist außerdem eine Justierung der Radauswuchtmaschine erforderlich. Das dafür erforderliche Justiergewicht wird zum Beispiel bei Hunter-Maschinen mitgeliefert. Die Justage dauert nur eine Minute. Dazu wird das Justiergewicht einmal von vorne an einer definierten Position der Anlagefläche angeschraubt und ein Prüfdurchlauf gestartet. Dann wird das Justiergewicht von hinten an die Anlageplatte geschraubt und ein weiterer Prüfdurchlauf gestartet. Damit ist die Justage abgeschlossen. Die jüngste Generation der Hunter Auswuchtmaschinen ist mit dem eCal-System ausgerüstet. Damit kalibriert sich die Maschine nach jedem Auswuchten von selbst. Zusätzlich sollte einmal im Jahr eine Wartung der Radauswuchtmaschine von einem Spezialisten durchgeführt werden, der bei dieser Gelegenheit die Tastarme neu justiert. Eine solche Wartung kostet knapp 200,- Euro.
Das Rückrad im Reifenservice
Bei Reifenmontiermaschinen müssen Werkstätten einen etwas höheren Aufwand betreiben, damit die Maschine stets optimal funktioniert. Das fängt bei der Wartung des Wasserabscheiders an, welcher regelmäßig entleert werden muss. Schließlich arbeiten die meisten Reifenmontiermaschinen sowohl mit Strom als auch mit Druckluft. Auch der Öler muss immer ausreichend befüllt sein, damit die mit Druckluft arbeitenden Zylinder im Inneren der Reifenmontiermaschine stets gut geschmiert sind.
Moderne Reifenmontiermaschinen sind an allen Kontaktstellen zu Felgen mit Kunststoffschützern ausgestattet, welche das Entstehen von Kratzern und Druckstellen an den Felgen verhindern. Solche Kunststoffteile sind zum Beispiel die Schutzkappen der Spannklauen und des Abdrückers. Diese Verschleißteile kosten meist nur Centbeträge und lassen sich mühelos auswechseln, da sie nur mit ein oder zwei Schrauben fixiert oder nur geclipst sind. Auch der Kunststoff-Konus der Mittenzentrierung nützt sich im Laufe der Zeit ab. Eine Werkstatt sollte diese Teile immer rechtzeitig austauschen, damit die Räder der Kunden vor Beschädigungen geschützt werden.
Bei den wdk-zertifizierten Reifenmontiermaschinen ist immer auf die Vollständigkeit des mitgelieferten Werkzeugs zu achten. Manchmal wird versehentlich die Montagehilfe dieser Maschinen mit dem Gewichteentferner verwechselt und dabei ein Reifen beschädigt. Denn im Gegensatz zur rundum abgerundeten Montagehilfe ist der Gewichteentferner scharfkantig und kann bei missbräuchlicher Verwendung als Montagehilfe den Reifen beschädigen.
Bei den neuen automatischen Reifenmontiermaschinen muss mindestens einmal im Jahr die Einstellung der Messköpfe überprüft werden. Das ist erforderlich, weil die modernen Maschinen sehr präzise eingestellt sein müssen, um das Risiko von Beschädigungen an Reifen und Felgen während der automatischen Montage oder Demontage zu minimieren. Bei den automatischen Reifenmontiermaschinen wie der Hunter Revolution ist einmal im Jahr ein Tausch des Hydrauliköls erforderlich. Um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen, empfiehlt sich bei den modernen Reifenmontiermaschinen eine jährliche Wartung.
In den vergangenen Jahren hat sich der Reifenservice durch die Einführung der UHP-Reifen (Ultra High Performance = Hochleistungsreifen) und der RFT-Reifen (Run Flat Tires=Reifen mit Notlaufeigenschaften) deutlich geändert. Die Montage dieser Reifen ist so anspruchsvoll, dass nur speziell geschulte Mitarbeiter die Montagen ausführen dürfen. Nur wdkzertifizierte Reifenmontiermaschinen dürfen dafür eingesetzt werden. Eine Werkstatt sollte darauf achten, dass eine solche Reifenmontiermaschine und deren Zubehör sich immer in einem einwandfreien technischen Zustand befinden und zum Beispiel defekte Kunststoffkappen sofort ausgewechselt werden.
Meist geringe Wertschätzung
Obwohl moderne Reifenservicemaschinen ein erhebliches Invest darstellen können, zeugt ihr Pflegezustand meist von einer geringen Wertschätzung. Dabei wird eine gut gepflegte und gewartete Reifenservicemaschine über einen längeren Zeitraum einwandfrei funktionieren als eine vernachlässigte.