Wartung und Reparatur bilden das Kerngeschäft freier Werkstätten. Doch ein wachsender Teil des Arbeitsalltags entfällt auf administrative Aufgaben. Gesetzliche Änderungen müssen verfolgt, Mitarbeitende geschult sowie Prüfungen, Wartungsfristen und die Entsorgung von Abfällen dokumentiert werden. Motul will die Betriebe mit seinem Konzept "Das Grüne Dach" dabei stärker entlasten.
"Compliance-Verpflichtungen für die Betriebe nehmen tendenziell eher zu als ab", erklärte Christian Ohm, Business Development Manager bei Motul, am Mittwoch in Köln. Er verantwortet das bereits 1989 eingeführte Umwelt- und Entsorgungskonzept. Für die damit verbundenen Aufgaben könnten pro Woche mehrere Stunden anfallen, die den Werkstätten für ihr eigentliches Geschäft fehlten.
Unterstützung bei Entsorgung und Umweltauflagen
"Das Grüne Dach" berät derzeit rund 5.000 registrierte Werkstätten oder übernimmt bestimmte Aufgaben vollständig. Dafür arbeitet Motul mit verschiedenen Partnerunternehmen zusammen.
Ein wichtiges Thema ist die regelkonforme Entsorgung von Altöl, Brems- und Kühlflüssigkeiten, Filtern und weiteren Werkstattabfällen. "Die sichere und regelkonforme Entsorgung von Altöl, Brems- und Kühlflüssigkeiten, Filtern und anderen Abfällen ist dabei nur einer von vielen Aspekten, auch wenn wir dafür besonders bekannt sind", so Ohm.
Darüber hinaus erhalten die angeschlossenen Betriebe Unterstützung bei der Einhaltung von Umweltauflagen. Das Angebot umfasst auch Informationen zur sachgerechten Lagerung von Gefahrstoffen und Betriebsmitteln.
Neuer Partner für den Arbeitsschutz
Einen zusätzlichen Schwerpunkt legt Motul auf die Arbeitssicherheit. Werkstätten bergen zahlreiche Gefahrenquellen. Kommt es zu einem Arbeitsunfall, liegt die rechtliche Verantwortung beim Unternehmer.
Mit ProSafeCon hat "Das Grüne Dach" deshalb einen neuen Kooperationspartner gewonnen. Die Zusammenarbeit soll Werkstattinhaber unter anderem bei der Entscheidung unterstützen, ob sie die Arbeitssicherheit im Unternehmermodell selbst organisieren oder eine externe Fachkraft beauftragen.
"Welcher der beiden Ansätze sinnvoll ist, hängt von Betriebsgröße, Zeitressourcen und dem gewünschten Betreuungsumfang ab; die juristische Verantwortung bleibt so oder so beim Unternehmer", sagte Ohm.
Über die Kooperation stellt Motul den Betrieben zu vergünstigten Gebühren externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur Verfügung. Diese überprüfen den jeweiligen Standort einmal jährlich im Rahmen einer Begehung und unterstützen bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen.
Mehr Kontrollen bei der Altöl-Lagerung
Auch die Dokumentation der betrieblichen Standards gewinnt an Bedeutung. Sie gehört bei der Arbeitssicherheit und Abfallentsorgung zu den gesetzlichen Verpflichtungen und kann von Behörden vor Ort kontrolliert werden. Nach Angaben von Motul haben die Kontrollen zur fachgerechten Lagerung von Altöl im laufenden Jahr deutlich zugenommen. Werkstätten müssen daher unter anderem wissen, welche Anforderungen zertifizierte Altöltanks erfüllen und wann doppelwandige Gebinde vorgeschrieben sind.
Von den 5.000 registrierten Partnerbetrieben greifen laut Motul bereits rund 3.500 auf die gebündelten Programme zurück. Das Konzept ist grundsätzlich für alle Werkstätten zugänglich. Betriebe, die eine Belieferungsvereinbarung mit Motul abschließen, erhalten vergünstigte Konditionen.