Angesichts der stark steigenden Zahl von E-Kickscootern im Straßenverkehr nehmen auch die Unfallzahlen mit Beteiligung dieser Fahrzeuggattung zu. Die Unfallforschung des ADAC hat aus diesem Anlass Daten zu Ursachen und Verletzungsmustern ausgewertet, um daraus Ratschläge zur Unfallvermeidung beziehungsweise zur Abmilderung ihrer Folgen abzuleiten.
Bei den mehr als 16.000 vom Statistischen Bundesamt im Jahr 2025 registrierten Verkehrsunfällen mit E-Scooter-Beteiligung wurden in fast 15.000 Fällen Verletzungen registriert. Binnen vier Jahren hat sich die Zahl der Verunglückten damit verdreifacht. Ein besonders deutlicher Anstieg zeigt sich in der Altersgruppe der 10- bis 18-Jährigen. Als Hauptursachen für Unfälle nennt der ADAC die falsche Nutzung von Fahrbahnen, Alkoholeinfluss und unangepasste Geschwindigkeit.
Typische Unfall- und Verletzungsmuster
Bei einer ergänzenden Auswertung klinischer Studien haben sich zwei typische Unfall- und Verletzungsmuster herauskristallisiert. Rutscht der Scooter etwa seitlich weg, ist häufig der Oberkörper betroffen. Typisch sind dann Verletzungen an Armen und Schultern. Ein zweites Szenario sind Frontalunfälle, etwa beim Hängenbleiben an einer Bordsteinkante, bei denen der Fahrer über den Lenker nach vorne stürzt. Nüchterne Fahrer versuchen einen solchen Sturz häufig reflexartig mit den Händen abzufangen, was Verletzungen an Armen und Händen begünstigt. Unter Alkoholeinfluss können hingegen die Reflexe beeinträchtigt sein, was mitunter schwere Gesichts- und Kopfverletzungen zur Folge hat.
Nutzern von E-Kickscootern rät der Verkehrsclub, generell nur zulässige Strecken zu nutzen und der jeweiligen Situation angepasst zu fahren. Zudem empfiehlt der ADAC das Tragen eines Helms. Abgeraten wird außerdem vom ohnehin illegalen Mehrpersonenbetrieb. Dessen Unfallrisiko ist nicht nur theoretischer Natur: Die Zahl der sogenannten Mitfahrer-Unfälle ist 2025 um 60 Prozent gestiegen, wobei vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen waren.
ADAC: Verbesserung der Radwege-Infrastruktur
Zu mehr Sicherheit könnte nach Ansicht des ADAC außerdem eine Verbesserung der Radwege-Infrastruktur beitragen. Gut ausgebaute Radwege reduzieren Nutzungskonflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern. Was der Verkehrsclub nicht thematisiert, sind technische Verbesserungen auf Fahrzeugseite, etwa eine höhere Manipulationssicherheit der Geschwindigkeitsbegrenzung oder der verstärkte Einsatz von ABS.