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Additive: Chemische Werkzeuge

Additive sind fester Bestandteil des Kraftstoffs, lassen sich aber auch als Premiumzusatz in den Tank kippen. Ob sie die gewünschte Wirkung entfalten, hängt vom Anwendungsfall ab.
© Foto: Additiv Liqui Mioly

Additive, die sich in den Tank kippen lassen, haben einen zweifelhaften Ruf zwischen Geldmacherei und Wundermittel. Allerdings muss man differenzieren. Der professionelle Einsatz in Werkstätten eröffnet neue Chancen.


Datum:
05.09.2022
Autor:
Dieter Väthröder
Lesezeit: 
5 min
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Kurzfassung

Additive haben einen zweifelhaften Ruf beim Endverbraucher. In der professionellen Anwendung erzielen sie aber durchaus Erfolge. Richtig eingesetzt, profitieren Werkstätten wirtschaftlich und von zufriedenen Kunden.

Beim Begriff "Additive" zucken viele Verbraucher zusammen. Immer wieder kursieren Gerüchte über zweifelhafte Wundermittel. Was die wenigsten Autofahrer wissen: Jeder Kraftstoff wird bereits in der Raffinerie mit Additiven versetzt, um die für Kraftstoffe jeweils geltende DIN-Norm durchgängig zu erfüllen. Über diese Raffinerie-Additivierung hinaus kommt bei Premiumkraftstoffen auch die Premium-Additivierung zum Einsatz, die im Langzeiteinsatz positive Auswirkungen auf Motorfunktion und Emissionsverhalten haben kann. Eine Studie des Bundesumweltamtes vom März 2022 untersuchte jetzt die Auswirkungen einer zusätzlichen Additivierung des Kraftstoffes, vornehmlich im Hinblick auf Umweltbelastung, Gesundheit und Abgasverhalten. In einem Versuchsaufbau mit einem Dieselmotor wurde die Wirkung eines Kraftstoff-Additivs überprüft. Die gute Nachricht: Umwelt, Gesundheit und Motor sind nicht gefährdet. Allerdings konnte auch keine signifikante Änderung, weder positiv noch negativ, auf das Abgasverhalten und den Partikelausstoß festgestellt werden (Endrohrmessung). Eine Reinigungswirkung an den Injektoren, die sich häufig erst nach längerem Gebrauch einstellt, war aufgrund des Versuchsaufbaus nicht zu ermitteln.

Fahrzeuggarantie bleibt bestehen

Die Fahrzeughersteller empfehlen in ihren Betriebsanleitungen die Verwendung von Marken- oder Premiumkraftstoffen für den dauerhaft störungsfreien Betrieb, bieten aber häufig unter Eigenmarken Additive an, die weitgehend der Formulierung der Premium-Additivierung in der Raffinerie entspricht. Von der Verwendung frei verfügbarer Additive aus dem Markt wird von den Automobilherstellern üblicherweise abgeraten, was oft bei Zuwiderhandlung mit dem Verlust von Garantieansprüchen untermauert wird.

Von dieser grundsätzlichen Strategie wird laut der Studie in Ausnahmefällen allerdings auch abgewichen. So heißt es dort: "Produkte, die in Werkstätten zur Reinigung der Motorensysteme eingesetzt werden, können mitunter in stark erhöhten Konzentrationen angewendet werden. Hierdurch kann eine sehr kurzfristige Reinigung des Kraftstoffsystems oder auch eines Partikelfiltersystems erreicht werden. Aufgrund der begrenzten Applikationsdauer kann eine Motorölverdünnung und/oder Katalysatorschädigung, wie sie bei Anwendung in dauerhaft erhöhter Konzentration eintreten könnte, vermieden werden."

Problemlöser, keine Wundermittel

Solche Werkstattprodukte haben beispielsweise Anbieter wie Motul oder Liqui Moly im Angebot. Liqui Moly bezeichnet seine Additive als chemische Werkzeuge, die viele Aufgaben schneller, einfacher und kostengünstiger erledigen können, als es beispielsweise mechanisch möglich wäre, schränkt aber gleichzeitig ein: Wie jedes Werkzeug können sie keine Wunder vollbringen. Im Angebot ist eine Vielzahl von Produkten für unterschiedliche Anwendungsbereiche im Kraftstoff, Öl oder Kühler, wo sie als Problemlöser oder zur Vorbeugung eingesetzt werden können. Diese Vielfalt kann auf den ersten Blick verwirrend wirken, öffnet aber Werkstätten viele Möglichkeiten, wenn sie sich mit dem Sortiment auseinandersetzen, sowohl auf technischer Ebene als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Liqui Moly empfiehlt der Werkstatt beispielsweise, die Additive in einem Servicepaket zu bündeln. Anstatt einfach nur einen Ölwechsel zu machen, kann die Werkstatt dem Kunden einen "Performance Oil Change" anbieten. Dabei wird unmittelbar vor dem Ölwechsel die Pro-Line-Motorspülung ins Öl gegeben, wo sie Schmutz und Ablagerungen löst, die mit dem Öl abgelassen werden. Das frische Öl kommt in einen sauberen Motor und kann dort seine volle Leistung entfalten. Danach wird noch Cera Tec zum frischen Öl gegeben, ein Verschleißschutz-Additiv, das die Reibung sowohl physisch als auch chemisch verringert. Die Anwendung dieser beiden Additive ist denkbar einfach, doch kann eine Werkstatt damit einen austauschbaren Standardservice wie den Ölwechsel aufwerten, eine höhere Marge erwirtschaften und sich von Wettbewerbern absetzen. Entscheidend für den sinnvollen Einsatz von Additiven genauso wie für die Argumentation dem Kunden gegenüber ist ein Grundverständnis der Wirkungsweise und der Funktion des eingesetzten Additivs, denn Additive sind erklärungsbedürftige Produkte. Speziell für Werkstätten gibt es die Pro-Line von Liqui Moly. Dort gibt es auch Additive, die größere Sorgfalt bei der Dosierung erfordern und daher den Profis vorbehalten sind.

Verkokungen entfernen

Auch Motul bietet eine breite Angebotspalette von Kraftstoff-, Öl- oder Getriebe- und Kühlsystem-Additiven. Das Motul-Inject-System säubert verschmutzte Kraftstoff- und Luftansaugsysteme und wirkt einer neuen Ablagerung effizient entgegen. Die Systeme "2 in 1" und "3 in 1" mit den speziell entwickelten Motul-Additiven reinigen effizient, ohne dass Fahrzeugkomponenten wie beispielsweise Einlassventile oder der Rußpartikelfilter demontiert werden müssen. Die Motul-Inject-Systeme sowie die Additive sind inklusive Zubehör, einem nachhaltigen Entsorgungssystem und POS-Material verfügbar. "Die Idee hinter Motul Inject entstand als Nachfolgekonzept zu Motul-Evo", erklärt Markus Volkart, Key-Account-Manager Motul Deutschland. "Das System ist eine klare Win-win-Situation für Verbraucher und Werkstätten. Es sorgt für eine verlängerte Lebensdauer des Motors und eine bessere Leistung. Dabei wird Kraftstoff eingespart und die Umwelt durch weniger Emissionen geschont."

Die Kfz-Betriebe profitieren dabei von einer einfachen und schnellen Anwendung sowie einem erweiterten Service, den sie zusätzlich zum Ölwechsel anbieten können. Das sorgt für eine stärkere Kundenbindung. Motul bietet seinen Partnern darüber hinaus ein attraktives Finanzierungskonzept für das System. Werkstätten können das Gerät in zwei Ausführungen erwerben: Inject 2 in 1 für den Injektor-Einlassbereich und die AGR-Reinigung sowie Inject 3 in 1 ergänzend mit DPF-Reinigungsfunktion. Bei beiden Geräten ist das Wirkungsprinzip ähnlich: Die Einlassventile bei Saugrohreinspritzern und die Brennkammern werden unter Verwendung geeigneter Motul-Additive, ohne Ausbau der Einspritzdüsen und ohne Demontieren von Motorteilen, von Schmutz und von Verkokungen gereinigt. Das System kann an alle Benzin-Einspritzsysteme und alle Dieselsysteme angeschlossen werden.

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