Zukunft von Opel: "Verkauf oder Finanzhilfen sind keine Lösung"

20.11.2008 07:51 Uhr
Laut Professor Willi Diez sind weder ein Verkauf von Opel an die Solarworld AG oder die Händler noch Staatshilfen ratsam.
© Foto: Rainer Dietrich/ddp

Der Automobilhersteller Opel steht und fällt mit GM, ist sich Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Nürtingen sicher. Weder der Verkauf an die Solarworld AG oder an den eigenen Händlerverband noch Staatshilfen könnten die Rüsselsheimer retten.

Die Reaktion auf Erklärungen des deutschen Unternehmens Solarworld AG, Opel kaufen und zu einem Öko-Autobauer umwandeln zu wollen (wir berichteten), ließ nicht lange auf sich warten: Opel stehe nicht zum Verkauf, hieß es prompt aus Detroit. Der Auto-Experten Willi kommentierte den Übernahmeplan gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit den Worten: "Das ist weit weg von der Realität." GM wolle nicht auf Opel verzichten, denn dann wäre das Unternehmen nur noch in den USA präsent – in der derzeitigen Situation das Todesurteil, so der Professor aus Nürtingen. Ebenso abwegig seien auch die angeblichen Diskussionen unter den rund 2.000 deutschen Opel-Händlern über eine Übernahme des Autobauers. Schließlich müsste ein neuer Eigentümer nicht nur den Kaufpreis aufbringen, sondern auch sämtliche Investitionen übernehmen, sagte Diez. "Allein ein neues Modell kostet in der Entwicklung rund zwei Milliarden Euro." Nicht verwunderlich, dass die Offerte von Solarworld vielerorts sogar für einen PR-Gag gehalten wurde. Einer, der jedoch erst einmal nach hinten losgegangen war – im Gegensatz zum gestiegenen Bekanntheitsgrad, stürzte der Aktienkurs des Unternehmens ab. Auch mit deutschen Staatshilfen sei Opel nach Ansicht von Diez nicht zu retten. "Opel ist nicht groß genug, um alleine zu überleben", sagte der Auto-Professor. "Opel kann nur gerettet werden, wenn der Mutterkonzern GM in den USA gerettet wird", so Diez am Donnerstag in Nürtingen. Und auch die Rettung von GM gelinge schwerlich über Finanzmittel aus dem Staatshaushalt, wie der US-Politiker Mitt Romney in der New York Times schrieb: "Detroit braucht eine Trendwende und keinen Scheck", kommentierte der Republikaner die Diskussion um Bundeshilfen für die drei Autobauer GM, Ford und Chrysler. (msh/dpa)

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