ZDK-Marktprognose 2020: Gedämpfter Ausblick

Die Neuwagen-Nachfrage soll sich im kommenden Jahr deutlich abschwächen.
© Foto: Ingo Wagner/dpa/picture alliance

Weniger Neuzulassungen, rückläufiges GW-Geschäft, schwache Werktstattauslastung: Das Deutsche Kfz-Gewerbe schließt sich den pessimistischen Marktprognosen der Herstellerverbände an.

Die deutschen Autohäuser und Werkstätten blicken verhalten auf das kommende Branchenjahr. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) erwartet für 2020 deutlich weniger Pkw-Neuzulassungen. Auch der Gebrauchtwagenmarkt dürfte schrumpfen. Für das Werkstattgeschäft geht der ZDK von einem gleichbleibend schwächeren Niveau aus.

Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Marktausblick hervorgeht, sieht der ZDK den Gebrauchtwagenmarkt im nächsten Jahr auf leichtem Schrumpfkurs. Nach etwa 7,22 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen in diesem Jahr soll deren Zahl auf etwa 7,1 Millionen sinken. Im Servicebereich erwartet der Verband ebenfalls ein herausforderndes Geschäft. Bereits in diesem Jahr ist die durchschnittliche Werkstattauslastung auf 83 Prozent gesunken (2018: 86 Prozent). Eine Belebung sehen die Branchenvertreter vorerst nicht. Den aktuellen Auftragsrückgang führen sie vor allem auf die Verunsicherung der Kunden zurück. Diese gehe mit der Ungewissheit einher, ob eine Reparatur am Fahrzeug noch lohnenswert sei, hieß es.

Kaufzurückhaltung bei Privatkunden 

2020 dürften rund 3,26 Millionen Autos neu auf die Straßen kommen. Das entspricht einem Rückgang um 9,2 Prozent gegenüber den prognostizierten 3,59 Millionen Einheuten in diesem Jahr. Mit einer großen Kaufzurückhaltung rechnet der ZDK vor allem bei den Privatkunden – trotz weiterhin guter wirtschaftlicher Bedingungen. Deren Neuzulassungen dürften um 18 Prozent auf rund 1,035 Millionen Pkw sinken.

Als einen Grund nennt der ZDK die wachsende Verunsicherung durch drohenden Arbeitsplatzabbau auch bei Autoherstellern und -zulieferern. Darüber hinaus sei zu erwarten, dass der Modellmix einiger Hersteller und Importeure zur Erreichen der ab 2020 geltenden CO2-Ziele den Wünschen potenzieller Käufer nur bedingt entspreche. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 sei mit einem wachsenden Angebot an E-Fahrzeugen zu rechnen. "Kunden werden daher vermutlich abwarten und ihren Kaufwunsch zunächst aufschieben, um einen besseren Marktüberblick zu bekommen", sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski in Bonn.

Auch das starke Flottengeschäft mit rund 940.000 Zulassungen wird sich nach Einschätzung des Verbandes abschwächen. Treiber in diesem Jahr waren vor allem Nachholkäufe aufgrund der Dieselproblematik aus dem Jahr davor. Zusätzliche Anreize für E-Fahrzeuge in Flotten könnten die geänderten Regelungen zur Dienstwagenbesteuerung ab 2020 bringen. Karpinski: "Fahrer von Dienstfahrzeugen außerhalb des Außendienstes könnten daher schon im kommenden Jahr daran interessiert sein, diese steuerlichen Vorteile in Anspruch zu nehmen."

Weniger Eigenzulassungen

In den taktisch geprägten Vertriebskanälen rechnet der ZDK mit einem rückläufigen Volumen. 2020 müssten die Betriebe noch viele Eigenzulassungen aus diesem Jahr zu veräußern. Außerdem seien Eigenzulassungen auf dem bisher üblichen Niveau angesichts der politischen Vorgaben (CO2-Vorgaben, Umweltbonus) strategisch nicht mehr sinnvoll. Mit Blick auf die Anmeldungen der Händler verwies der Verband insbesondere auf die mit dem Umweltbonus verbundene Mindesthaltedauer. Bei den Vermietern geht man aufgrund des wachsenden Angebots neuer Mobilitätsdienstleistungen allerdings von einem moderaten Anstieg aus. (rp)

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski
© Foto: ProMotor

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