Wunschzettel : ZF-Chef fordert Abwrackprämie für Nutzfahrzeuge

15.09.2009 16:00 Uhr
ZF-Chef Hans-Georg Härter sieht den Nutzfahrzeugsektor von der Politik vernachlässigt.
© Foto: ZF

Trotz seiner Skepsis, ob die Abwrackprämie die Pkw-Nachfrage dauerhaft beflügeln kann, fordert Hans-Georg Härter auf der IAA ein gleiches staatliches Verkaufsförderprogramm für leichte Nfz. Der Wunschzettel an die Politik umfasst weitere Punkte.

Angesichts drastischer Umsatzrückgänge von rund 50 Prozent im Nutzfahrzeugsegment hat der ZF-Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Härter von der Politik mehr Unterstützung für diesen Industriezweig gefordert. Auf der IAA erklärte der Manager, er wünsche sich die Einführung einer Abwrackprämie für leichte Nutzfahrzeuge analog zur Pkw-Förderung. Zudem plädierte er u.a. für eine Aussetzung der Mauterhöhung für schwere Lkw und eine Verschiebung der Abgasnorm Euro 6 für Lkw um zwei Jahre. "ZF spürt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sehr deutlich", sagte Härter auf der IAA-Pressekonferenz des Konzerns in Frankfurt. "Es sind weiterhin große Unsicherheiten im Markt, die uns immer noch keine klare Sicht auf die nächsten Monate erlauben." Trotz seines Plädoyers für ein staatliches Nfz-Verkaufsförderprogramm, wollte der ZF-Vorstand noch kein positives Fazit der Pkw-Abwrackprämie ziehen: "Wir können eine w-förmige Entwicklung nicht ausschließen – dann befänden wir uns auf einem künstlich erzeugten Zwischenhoch und müssten noch durch ein zweites Tal hindurch." Die Mitarbeiterzahl bei ZF wird Härter zufolge bis zum Jahresende auf etwa 59.800 sinken. Ende 2008 hatte der Spezialist für Antriebs- und Fahrwerkstechnik noch rund 64.000 Beschäftigte unter Vertrag. Für das Gesamtjahr rechnet der Manager mit einem Umsatzrückgang von 12,5 Milliarden im Vorjahr auf rund 9,2 Milliarden Euro. Vor wenigen Tagen hatte Härter bereits mitgeteilt, dass der Autozulieferer einen Verlust von 500 Millionen Euro erwartet, nachdem im Jahr 2008 noch ein Gewinn nach Steuern von 434 Millionen Euro eingefahren worden war. Härter hatte bereits angekündigt, mit einem 600-Millionen-Euro-Sparpakte gegensteuern zu wollen. Alleine im Personalbereich müsse ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Die Stammbelegschaft in Deutschland soll aber gehalten werden, hatte Härter erklärt. Auf dem Heimatmarkt beschäftigt ZF rund 37.000 Mitarbeiter. Rund drei Viertel der deutschen Beschäftigten befinden sich derzeit in Kurzarbeit.

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