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VW-Abgasaffäre: Manipulation wegen Zeit- und Kostendruck

Die VW-Techniker fanden keinen legalen Weg, die strengeren US-Stickoxid-Normen zu erfüllen.
© Foto: VW

Strenge Stickoxidwerte einerseits und Rußpartikel- und Kohlendioxidwerte andererseits: Die VW-Techniker schafften diesen Spagat unter Zeit- und Kostendruck nur mit Hilfe einer Software.


Datum:
07.03.2016
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Zeit- und Kostendruck in der Motorenentwicklung haben nach Darstellung des VW-Konzerns den Abgas-Skandal entscheidend begünstigt. Demnach wählten Volkswagen-Techniker den Ausweg über die illegale Software, da sie bei den Arbeiten für den Skandalmotor EA189 anders als früher nicht mehr auf legalen Wegen an ihr Ziel zu kommen glaubten. Das geht aus der Reaktion des Konzerns auf Anlegerklagen hervor. Die knapp 120-seitige Klageerwiderung von VW lag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover am Sonntag vor.

Darin schreiben die VW-Anwälte zu den Ursachen der größten Krise in der rund 80-jährigen Firmengeschichte, dass der Spagat zwischen den Abgas-Vorgaben in den USA und denen der EU immer schwieriger zu lösen gewesen sei. "Im Kern gründet sich die gesamte Dieselthematik somit auf den (grundsätzlich aber lösbaren) Zielkonflikt der Erreichung der in den USA geltenden strengen Stickoxidwerte bei gleichzeitiger Erreichung der vor allem in der EU geltenden Rußpartikel- und Kohlendioxidgrenzwerte", heißt es in der Klageerwiderung. Demnach sind die einen Vorgaben oft nur auf Kosten der anderen optimierbar.

"Diesen Zielkonflikt haben die VW-Techniker im Rahmen des technischen Konzepts der Dieselmotoren-Baureihe EA189 augenscheinlich nicht innerhalb des für die Entwicklung veranschlagten Zeitrahmens und Budgets gelöst. Da somit anders als in der Vergangenheit beim Motortyp EA189 offenbar kein Weg gefunden wurde, um die strengeren US-amerikanischen Stickoxid-Normen zu erfüllen, kam es zur Verwendung der Software", begründet der Konzern die Triebfeder der Affäre, bei der am Ende weltweit elf Millionen Diesel manipuliert wurden. (dpa)

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