Umfrage: Mittelstand nicht auf Sepa-Umstellung vorbereitet

22.11.2013 00:29 Uhr
Umfrage: 73 Prozent der befragten Mittelständler glauben, rechtzeitig mit der Umstellung auf das Sepa-Format fertig zu sein. Erst 24 Prozent sind es bereits.

Weniger als zwei Monate bleiben den Unternehmen noch, ihre Zahlungen auf das europäische System umzustellen. Die Commerzbank warnt vor Schwierigkeiten.

Der deutsche Mittelstand ist nach einer Umfrage noch nicht auf das europäische Zahlungssystem Sepa vorbereitet. Rund 70 Tage vor Ablauf der Umstellungsfrist hätten erst 24 Prozent der Betriebe ihre Vorbereitungen für die Umstellung von Lastschriften und Überweisungen auf das Sepa-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN abgeschlossen, berichtete die Commerzbank am Donnerstag in Frankfurt.

Nach einer Umfrage der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld im Auftrag des Instituts verfügt keiner der 5.000 befragten Mittelständler über Notfallpläne zur Vermeidung einer technischen Zahlungsunfähigkeit. "Ich habe große Sorgen. Am 1. Februar werden nicht alle sepa-fähig sein. Der Anteil wird so hoch sein, dass wir Schwierigkeiten im Zahlungsverkehr sehen werden", sagte der Leiter des Bereichs Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft bei der Mittelstandsbank der Commerzbank, Frank-Oliver Wolf.

Vom 1. Februar 2014 an dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Unternehmen und Vereinen in Euro nur noch im Sepa-Format verwenden - auch innerhalb eines Landes. Für Überweisungen von Verbrauchern gilt eine Frist bis 1. Februar 2016. Für Unternehmen, die dann nicht vorbereit sind, bedeutet das: Sie können ihre Zahlungen nicht mehr abwickeln, Liquiditätsengpässe drohen.

Zeit wird knapp

Zwar gaben 73 Prozent der befragten Mittelständler mit einem Jahresumsatz von 12,5 bis 100 Millionen Euro an, mit der Umsetzung begonnen zu haben und rechtzeitig fertig zu werden. Doch die Zeit wird knapp. Der Leiter der FMH-Umfrage, Volker Wittberg, hat daher Zweifel: "Möglicherweise ist hier der Wunsch Vater des Gedankens." Zumal nur 17 Prozent der Befragten sicher sind, dass auch die Schuldner des Unternehmens, die per Überweisung zahlen, rechtzeitig mit der Sepa-Umstellung fertig werden.

Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank lag der Anteil der Sepa-Überweisungen im Oktober bei 20,9 Prozent. Noch schleppender läuft die Umstellung bei Lastschriften: Von den arbeitstäglich gut 35 Millionen Lastschriften müssen noch 34,2 Millionen umgestellt werden. Der Anteil der Sepa-Lastschriften am gesamten Lastschriftvolumen beträgt erst drei Prozent.

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