Umfrage: Autohersteller und Zulieferer sehen schwarz

08.01.2009 11:21 Uhr
Wenig optimistisch blicken viele Branchenvertreter laut einer Umfrage in die nahe Zukunft.

In den kommenden fünf Jahren sei mit geringere Umsätzen und Gewinnen, mehr Insolvenzen sowie einer größeren Zahl von Fusionen und Übernahmen zu rechnen, erklärten 200 Vertreter der Automobil- und Zulieferindustrie bei einer KPMG-Umfrage.

Die Autobranche sieht einer Umfrage zufolge für die nahe Zukunft schwarz. Vorstände und Geschäftsführer von führenden Autoherstellern und Kfz-Zulieferern erwarteten für den Zeitraum 2009 bis 2013 geringere Umsätze und Gewinne, mehr Insolvenzen sowie eine größere Zahl von Fusionen und Übernahmen, teilte das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf eine internationale Umfrage unter 200 Vertretern der Automobil- und Zulieferindustrie mit. "Knapp die Hälfte der Befragten geht für die kommenden fünf Jahre von stark schwankenden Erträgen aus oder sieht sich schlicht außerstande, die Rentabilität ihres Unternehmens einzuschätzen", sagte Uwe Achterholt, Leiter des Auto-Segments bei KPMG, zu den Zahlen. Dies sei ein ungewöhnlich hoher Wert und kein gutes Zeichen. Außerdem werde in der Branche zunehmend mit Überkapazitäten gerechnet. Neben Umsatzverlusten wegen der anhaltend schwachen Nachfrage fürchten viele Unternehmen vor allem zu hohe Kosten, Schulden und Pensionsverpflichtungen. Daher rechnen mehr als drei Viertel der von KPMG befragten Manager mit einer steigenden Zahl von Firmenpleiten. Im Vorjahr waren es gerade einmal 36 Prozent gewesen. Dies wiederum dürfte zu einer größeren Zahl von Übernahmen und Fusionen führen, vor allem bei Herstellern und Händlern. Die Hoffnungen der Branche ruhen laut Umfrage nun auf Schwellenländern wie China oder Indien sowie in Osteuropa und Südamerika. Auch von der Entwicklung alternativer Antriebe erhoffen sich die Hersteller Impulse für ihren Absatz. Ein erstes Bild über die Stimmung in der Branche dürfte die Detroit Motor Show liefern. Sie startet am kommenden Sonntag und dauert bis zum 25. Januar. (dpa)

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