Streit um AU: ASA kritisiert ADAC

11.10.2013 09:57 Uhr
Abgasuntersuchung Endrohrprüfung
Streitpunkt zwischen AU und ASA: Die Notwendigkeit der Endrohrprüfung innerhalb der AU.
© Foto: asp

Die Interessenvertretung der Werkstattausrüster wirft dem Club "auf falschen Fakten basierende Meinungsmache" vor. Sich nur auf die OBD des Fahrzeugs zu verlassen, sei nicht zielführend.

Der Verband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service-Ausrüstung (ASA) hat deutliche Kritik am ADAC wegen dessen Aussagen zur Abgasuntersuchung (AU) geübt. Von der vom Club propagierten "Abzocke" könne keine Rede sein, "wohl aber von auf falschen Fakten basierender Meinungsmache". Streitpunkt sind die Reformpläne des EU-Parlaments, das im Juli vorgeschlagen hatte, dass die Endrohrprüfung bei der Abgasuntersuchung europaweit als bevorzugte Messmethode erhalten bleiben soll.

Der ADAC hatte dies scharf kritisiert, denn die laut Club "antiquierte Methode" einer generellen Messung am Auspuff-Endrohr hätte für deutsche Autofahrer Mehrkosten von rund 200 Millionen Euro zur Folge. Die digitale Eigendiagnose der Fahrzeuge genüge vollkommen, denn sie erfasse Fehler im Abgassystem "zuverlässig", teilte der ADAC noch Ende September mit.

Die Aussagen des ADAC seien "hinsichtlich Inhalt und sachlicher Darstellung völlig falsch", kritisierte nun der ASA-Verband. "Zahlreiche Studien haben belegt, dass erhebliche Überschreitungen von Abgasgrenzwerten vom OBD System oftmals überhaupt nicht erfasst wurden", hieß es in der Mitteilung. Das OBD-System erfasse nicht alle abgasrelevanten Komponenten. Erst die Prüfung im Rahmen der HU am Endrohr gewährleiste die Feststellung des absoluten Emissionsverhaltens.

Auch die Aussage, dass die Endrohrprüfung durch die EU nun wieder eingeführt werden soll, entbehre jeglicher Grundlage, denn die Endrohrprüfung sei seitens der EU noch nie abgeschafft worden. "Deutschland erfüllt schlichtweg derzeit gültige EU-Richtlinien nicht", stellt der Verband fest und rückt die Mehrkosten für Autofahrer ins Verhältnis: "Wir reden bei der Beibehaltung der Endrohrprüfungsmethode von derzeit ca. fünf bis zehn Euro alle zwei Jahre – das entspricht einer Wagenwäsche. Ist das zu viel für unsere Umwelt und für die Zukunft unserer Kinder?" (ng)

Wie ist Ihre Meinung zur Endrohrmessung? Rechts in der "Frage der Woche"-Box können bis zum 20.10. abstimmen. Eine ausführliche Faktensammlung zur AU und speziell zur Endrohrprüfung finden Sie in der September-Ausgabe der asp.

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