Mehr Tote im Straßenverkehr: TÜV-Verband pocht auf "Vision Zero"

25.02.2026 09:39 Uhr | Lesezeit: 3 min
Unfall Motorrad
2025 stieg die Zahl der Verkehrstoten auf 2.814 – der TÜV‑Verband warnt vor Rückschritten.
© Foto: SP-X

Die Unfallbilanz 2025 fällt ernüchternd aus: 2.814 Verkehrstote bedeuten leider ein Plus von 1,6 Prozent. Im Im Fünfjahresvergleich ist der Anstieg noch dramatischer. Der TÜV‑Verband sieht Deutschland deshalb beim Sicherheitsziel aus dem Takt und fordert mehr Tempo bei Infrastruktur, Überwachung, Tempo‑Management, Fahrzeugsicherheit und Bildung.

Die neuen Destatis‑Zahlen zeigen einen Rückschritt bei der Verkehrssicherheit: 2.814 Menschen kamen 2025 im Straßenverkehr ums Leben – 1,6 Prozent mehr als 2024. Im Fünfjahresvergleich ist der Anstieg noch klarer: Gegenüber 2021 (2.562) liegt das Plus bei 10 Prozent. Aus Sicht des TÜV‑Verbands ist Deutschland damit nicht auf Kurs zum Sicherheitsziel für 2030.

Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030 will Deutschland die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent senken. Maßstab ist 2021, das rund 1.540 Getötete pro Jahr als Zielgröße impliziert. Die aktuellen Zahlen liegen deutlich darüber – ein Zeichen, dass Umsetzung und Wirkung bisheriger Maßnahmen nicht ausreichen.

TÜV‑Verband: "Deutschland tritt auf der Stelle"

"Die Unfallzahlen für 2025 zeigen: Deutschland tritt bei der Verkehrssicherheit auf der Stelle und macht aktuell sogar Rückschritte", sagt Fani Zaneta, Fachreferentin für Verkehrssicherheit beim TÜV‑Verband. Nach Jahren mit leichten Rückgängen seien die Opferzahlen wieder gestiegen – ein deutliches Alarmsignal.

"Vision Zero" als Leitlinie – und Hebel, die wirken

"Die Vision Zero ist keine Utopie, sondern eine Frage konsequenter Umsetzung", so Zaneta weiter. Gefordert werden: fehlerverzeihende Infrastruktur an Unfallschwerpunkten, konsequente Regelüberwachung und Tempo‑Management, schnellere Verbreitung wirksamer Fahrzeugsicherheitsfunktionen sowie bessere Befähigung aller Menschen, sicher am Verkehr teilzunehmen.

Der Verband betont die gesellschaftliche Dimension: Verkehrssicherheit ist Lebensqualität und Teilhabe. Sie entscheidet darüber, ob Kinder eigenständig unterwegs sind, ältere Menschen mobil bleiben und Städte funktionieren. Steigen die Unfallzahlen, bedeutet das mehr Leid und weniger Vertrauen in Mobilität – keine statistische Randnotiz.

Die Angaben basieren auf den heute veröffentlichten Destatis‑Daten für 2025. Der TÜV‑Verband kritisiert, dass die bisherigen politischen Maßnahmen in Summe nicht genügen, um die Zielpfade zu erreichen, und fordert priorisierte Investitionen sowie klare, überprüfbare Umsetzungspläne – von der Infrastruktur bis zur Technik im Fahrzeug.


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