Gegenüber der "Saarbrücker Zeitung" machte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, am Mittwoch Werbung für eine Karriere im deutschen Handwerk. Er stellte einen fortschreitenden Wettbewerb um Schulabsolventen fest und kritisierte einen Trend, wonach junge Erwachsene vermehrt an die Hochschulen drängen. Stattdessen empfahl er den Berufseinstieg bei Handwerksbetrieben. Diese stellten mit vielseitigen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten eine gute Alternative zu überfüllten Hörsälen dar, so Kentzler.
Der Handwerkspräsident sieht einen fatalen "Trend zur Akademisierung": "Rund ein Drittel der Studenten gibt frühzeitig auf, in naturwissenschaftlichen Fächern werden mit jeder Zwischenprüfung Leistungsschwächere in großer Zahl ausgesiebt", erklärte er der Tageszeitung. Aus diesem Grund hätten die Handwerkskammern begonnen, gezielt um diese enttäuschten Studenten zu werben. "Im Handwerk bekommen sie eine klare Orientierung – nach oben. Gesellenbrief, Meisterbrief, Selbständigkeit – Berufserfolg statt Studienfrust."
Für die Handwerksbetriebe mit ihren rund fünf Millionen Beschäftigten sprächen zudem die guten Rahmenbedingungen: Zwar seien 2012 insgesamt kleinere Umsatzverluste zu verzeichnen gewesen, doch war das Jahr 2011 durch ein hohes Niveau gekennzeichnet. Durch eine Zunahme an Bau- und Ausrüstungsinvestitionen erwartet der ZDH Wachstumsimpulse. Lediglich das Kraftfahrzeuggewerbe bleibe "ein echtes Sorgenkind", wie Kentzler einschränkend hinzufügte. (msh)