Die Mercedes-Maybach S-Klasse war nie einfach nur die verlängerte Version einer S-Klasse. Mit dem Modelljahr 2026 positioniert sich die Marke nun noch einmal ein Stück darüber. "Wir sind oberhalb der Mercedes-Benz S-Klasse angesiedelt und haben den Anspruch, in Komfort, Design und Materialien noch einen Schritt weiterzugehen", sagte Pressesprecherin Anja Steindl bei der Vorstellung.
Mächtiger Auftritt und neue Lichtinszenierung
Neu ist zunächst der Auftritt. Das Auto wirkt noch mächtiger, als es die 5,50 Meter vermuten lassen, auf die sich die Luxuslimousine streckt. Das 2026er-Modell bekommt einen größeren Kühlergrill mit auffälligeren vertikalen Chromstreben. Erstmals ist der Maybach-Schriftzug im Grill beleuchtet – ebenso der Stern auf der Haube, allerdings nur in Ländern, die das erlauben. Auch die Umrandung des Grills leuchtet nun.
Dazu kommen neue Lichtsignaturen mit Digital Light und roségoldenen Akzenten, die das Maybach-Emblem fein inszenieren. Am Heck tragen die Rückleuchten jetzt das Mercedes-Drei-Sterne-Motiv.
Mercedes-Maybach S-Klasse (2026)
Neu sind auch beleuchtete Maybach-Embleme an der C-Säule sowie ein überarbeiteter Lichtteppich beim Ein- und Aussteigen. Bei den Rädern gibt es erstmals Schmiederäder mit kugelgelagerter Nabenkappe, sodass der Stern immer korrekt steht – unabhängig von der Radposition. Für besonders extrovertierte Kunden hat die Manufaktur 21 Zoll große goldene Schmiederäder aufgelegt.
Innenraum: neue Farben, florales Design und lederfreie Optionen
Der größte Unterschied zur bürgerlichen S-Klasse zeigt sich traditionell im Innenraum. Maybach führt neue, dezente Farbtöne ein: Corn Yellow, Lake Green, Tobacco Brown und Karminrot. Sie kleiden den Innenraum bis in den hintersten Winkel in feinstes Leder. Auffälligstes Novum ist das florale Sitzdesign, eine Weiterentwicklung des bekannten Maybach-Musters. Es ergänzt die bisherige Rautenoptik, die weiterhin serienmäßig ist. "Die neuen Farbwelten verändern die Stimmung im Auto", sagt PR-Managerin Steindl. "Gerade das Lake Green mit seinem ganz leichten Blauschimmer wirkt extrem beruhigend."
Erstmals wird zudem ein lederfreies Interieur angeboten. Es kombiniert das bekannte Kunstleder mit Textilien aus Leinen und recyceltem Polyester. Die Haptik soll trotz nachhaltiger Materialien unverändert hochwertig sein, wie die Sprecherin betont. Im 2.200 Quadratmeter großen Center of Excellence in Sindelfingen können Kundinnen und Kunden weiterhin aus einer großen Vielfalt an Farben und Materialien wählen – künftig auch für Dachhimmel und nahezu alle Kontaktflächen.
Mercedes-Benz S-Klasse (2026)
Über 150 Außenfarben möglich
Die Individualisierung steht noch stärker im Vordergrund. Mehr als 150 Außenfarben und über 400 Interieurfarben können kombiniert werden. Hinzu kommen neue Manufakturlacke, etwa ein tiefes Schwarz mit Glaspartikeln im Klarlack oder ein grünlich schimmernder Matt-Ton. Zweifarblackierungen mit handgezogener Zierlinie bleiben ein Markenzeichen – bis zu fünf Arbeitstage sind dafür nötig. Neu ist außerdem das Programm "Made to Measure", das historische Farben, spezielle Nähte oder besondere Materialien ermöglicht und über das reguläre Portfolio hinausgeht.
Digitales Update: MB.OS im Maybach-Stil
Digital zieht die Maybach S-Klasse 2026 mit der überarbeiteten S-Klasse gleich, setzt aber eigene Akzente. Gesteuert wird sie über das neue Betriebssystem MB.OS. Alle Anzeigen und Menüs erscheinen im spezifischen Maybach-Design mit goldenen Elementen. Im Fond gibt es neue Fernbedienungen, die bekannte Liegefunktion sowie eine exklusive Massagefunktion, die die normale S-Klasse nicht bietet.
Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometern E-Reichweite
Beim Antrieb verabschiedet sich Maybach in Europa vom V12. Der Zwölfzylinder lässt sich nicht mehr an die strengeren Euro-7-Normen anpassen und wird künftig durch einen V8 ersetzt. Die Leistung bleibt gleich: Auch der mildhybridisierte V8 des S 680 kommt auf 450 kW/612 PS, unterstützt von einem 17 kW starken Startergenerator.
Ganz verschwunden ist der V12 aber nicht: Im Hochsicherheitsmodell Guard darf er weiter eingesetzt werden. Weiter im Programm bleibt der Plug-in-Hybrid. Dank größerer Batterie fährt er bis zu 100 Kilometer rein elektrisch und lässt sich anschließend am Schnelllader zügig wieder aufladen.