Leoni-Sanierungsprogramm: "Es gibt keine heiligen Kühe"

Leoni-Chef Aldo Kamper will das angeschlagene Unternehmen bis 2022 auf Kurs bringen.
© Foto: Leoni

Unmutsäußerungen hielten sich in Grenzen, trotzdem war die Enttäuschung der Leoni-Anleger bei der Hauptversammlung groß. Der Kurs des Autozulieferers ist binnen Jahresfrist von 50 auf knapp 15 Euro gefallen. Leoni-Chef Kamper gibt sich dennoch zuversichtlich.


Datum:
16.05.2019

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Schon länger läuft es bei Leoni nicht mehr rund - bis zum Jahr 2022 will Vorstandschef Aldo Kamper den Autozulieferer aber wieder auf die Erfolgsspur setzen. Ein bereits im Vorjahr gestartetes Sanierungsprogramm werde bis dahin seine volle Wirkung entfalten und Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro bringen, kündigte der Vorstandschef am Donnerstag auf der Hauptversammlung seines Unternehmens in Nürnberg an.

Um profitabler zu werden, stünden derzeit alle 28 Geschäftsbereiche auf dem Prüfstand. Jeder einzelne Bereich werde auf seine Zukunftsperspektive hin überprüft. "Es gibt keine heiligen Kühe". Außerdem wolle sich Leoni künftig stärker auf "Aufträge mit hoher Profitabilität konzentrieren", sagte Kamper.

Zugleich räumte der Leoni-Chef vor den unzufriedenen Aktionären viele "hausgemachte Fehler" ein. "Wir können mit dem Jahr und dem Start in das Jahr 2019 nicht zufrieden sein", sagte der Niederländer, der erst seit September 2018 an der Spitze des Kabel- und Bordnetzherstellers steht. Im ersten Quartal verbuchte Leoni nach Einmaleffekten unterm Strich einen Verlust von 132 Millionen Euro nach einem Plus von 44 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.

Entsprechend enttäuscht reagierten auch die Anleger, die nach dem Vorschlag des Vorstands für 2018 auf die sonst übliche Dividende verzichten zu müssen. Der Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Davide Brancaleoni, räumte zwar ein, dass Leoni auch mit den Umbrüchen in der Autoindustrie zu kämpfen habe. "Viele Probleme sind aber einfach hausgemacht", betonte der Aktionärsvertreter in der Aussprache.

Kein Verständnis zeigte er für die erneuten Startprobleme eines Werks - dieses Mal im mexikanischen Merida. Die kosteten den Kabelhersteller stets viel Geld. Solche Problem dürften bei einem Unternehmen mit großer Erfahrung einfach nicht auftreten. Der Fall offenbare erneut die innerbetrieblichen Kommunikationsprobleme bei Leoni. Die hätte auch im Fall Mexiko dazu geführt, dass die Unternehmensleitung in Deutschland nicht schnell genug auf sich abzeichnende Probleme reagiert habe, kritisierte Brancaleoni. (dpa)

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