Kopfstützentest des ADAC: Um Kopf und Kragen

02.12.2008 13:31 Uhr
Der ADAC beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Problematik des Heckaufpralls. Bei Tests werden Dummies verwendet.
© Foto: ADAC

Der ADAC hat einen neuen Test für Kopfstützen mitentwickelt, der in die Bewertung des Insassenschutztests im Rahmen des Euro NCAP einfließt. Im aktuellen ADAC-Test schnitten lediglich fünf von 25 Modellen mit der Note "gut" ab.

Unter Federführung des ADAC wurde ein neues, europäisches Testverfahren für Kopfstützen entwickelt, meldete der ADAC am Montag. In Europa gibt es pro Jahr mehr als eine Million Halswirbelsäulenschäden bei Pkw-Unfällen. Nicht selten wirken mangelhafte Kopfstützen verstärkend. Wie wichtig das neue Testverfahren ist, das künftig in die Bewertung des Insassenschutzes des Euro-NCAP-Tests einfließt, zeige der aktuelle Kopfstützentest, so der Automobilclub. Nur fünf von 25 Modellen schnitten mit "gut" ab (Audi A4, Opel Insignia, VW Golf VI, Alfa Mito und Volvo XC 60). Acht Modelle erhielten ein schlechtes Ergebnis, zwölf schafften ein "befriedigend". Alle Ergebnisse des Whiplash-Tests 2008 finden Sie in der Liste unten im Downloadbereich. Dem ADAC zufolge zeige der Test, dass gerade Kleinwagen noch Schwächen beim Schutz der Halswirbelsäule haben. Dies sei Besorgnis erregend, da kleine Pkw häufig innerorts unterwegs und daher öfter in Auffahrunfälle verwickelt sind. Dass auch Neuentwicklungen nicht immer zu Verbesserungen bei der Rückhaltefunktion von Sitz und Kopfstütze führen, zeigen die Lösungen beim BMW X3 oder bei der Mercedes M-Klasse. Hier soll aufwändige Technik der Überdehnung der Halswirbelsäule entgegenwirken. Im Test landeten diese Sitze aber nur im Mittelfeld. Der Test zeige, dass erst durch die Abstimmung des gesamten Sitzsystems Verletzungsrisiken bei Heckkollisionen reduziert würden, so der Automobilclub, der sich nach eigenen Angaben seit 30 Jahren mit der Problematik des Heckaufpralls beschäftigt. (msh)

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