Klimaschutz: VW setzt auf Elektroautos

16.06.2008 17:39 Uhr
In naher Zukunft baut VW-Chef Martin Winterkorn noch auf verbrauchsarme Verbrennungsmotoren. Alternativen Antriebe werden jedoch immer wichtiger.
© Foto: VW

Für den VW-Vorsitzenden Martin Winterkorn gehören Elektroautos die Zukunft. An Sprit sparenden Verbrennungsmotoren führe aber kurzfristig kein Weg vorbei. Außerdem mahnte er eine schnelle Einigung im Streit um die Autosteuer an.

Wegen der hohen Öl- und Benzinpreise werden die Autohersteller immer sparsamere Autos bauen und künftig auch elektrisch betriebene Fahrzeuge herstellen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen den Verbrauch der Motoren weiter senken. Mein Ziel ist ein Golf, der zwischen drei und vier Liter auf 100 Kilometer verbraucht", erklärte er. Mit dem Golf Blue Motion sei der Hersteller auf dem richtigen Weg, der Verbrauch liege heute bei 4,3 Liter, fügte er hinzu. Obwohl in naher Zukunft am Benzin- und Dieselmotor nicht zu rütteln ist, denken Automobilhersteller verstärkt über alternative Antriebe nach. "Die Zukunft gehört dem Elektroauto - mit Strom aus der Steckdose", sagte Winterkorn. Der VW-Chef regte aus diesem Grund eine neue Debatte über die Kernkraftnutzung an. Strom falle nicht vom Himmel, "deshalb sollten wir über Atomkraft neu nachdenken", sagte er. Winterkorn kritisierte zudem die politische Debatte um die CO2-basierte Autosteuer. "Die deutsche Autoindustrie leidet unter den unklaren Vorgaben der Politik", sagte Winterkorn. "Die Menschen wissen nicht, was auf sie zukommt, ob sie künftig mehr oder weniger Autosteuer zahlen müssen. Das verunsichert die Autofahrer sehr", so der VW-Chef. Noch einen Schritt weiter geht Andreas Renschler, Chef der Nutzfahrzeugsparte von Daimler: Für Renschler sind Klimaschutz-Maßnahmen der Einzelstaaten nicht ausreichend. Er plädiert für eine weltweite Vereinheitlichung der Abgasnormen. Der Daimler-Manager sagte gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten", dass unterschiedliche Abgasbestimmungen in den einzelnen Märkten ein großes Problem für die Fahrzeughersteller darstellten. "Wir versuchen deshalb in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, der WTO sowie den Behörden in der EU und den USA einen Weltstandard zu schaffen", so Renschler. (dpa/msh)

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