Es hat vier Monate gedauert, richtig gut ist es dennoch nicht geworden. Die Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA, s. Download in der Box unten) vom 17. Januar bezieht sich auf das Sicherheitsproblem von Snap-in-Ventilen in Transporterrädern und ist das Ergebnis eines von der Behörde moderierten Dialogs zwischen betroffenen Autobauern und dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), der im vergangenen Herbst stattfand. Laut dieser Mitteilung sind Snap-in-Ventile "bei ordnungsgemäßer Verwendung sicher" und "müssen nicht zwingend durch Metall-Einschraubventile ersetzt werden". Knackpunkt ist der Begriff "ordnungsgemäße Verwendung". Darunter seien die Abdeckung vorgegebener Reifenfülldrücke durch das Ventil, ausreichend große und plane Ventilanlageflächen, saubere Ventillochbereiche, eine Radkonstruktion, die eine sichere Ventilmontage zulässt, und keine unzulässig großen Auslenkungen des Ventils im Fahrbetrieb zu verstehen. So weit die Theorie. In der Praxis hapert es oft genug an mindestens einem dieser Punkte, was zumindest zu Ventilausfällen führte. Interessant: Die Mitteilung lässt die Verwendung von Metall-Einschraubventilen offen und gibt sogar Hinweise für deren Verwendung: "Bei der Montage von Metall-Einschraubventilen ist es wichtig, dass die damit kombinierten Räder eine ausreichend große ebene Dichtfläche aufweisen, dass notwendige Anzugsmoment sichergestellt ist, das Ventil nicht aus der seitlichen Radkontur herausragt und der Reifenfülldruck gemessen werden kann", heißt es in dem Papier. Fazit: Die Pressemitteilung des KBA kennzeichnet den Spielraum des von Lobbyisten der Automobilindustrie umstellten Amts. Vier Monate Zeit für eine DIN-A-4-Seite Text. Die Abstimmungsschleifen in Ämtern sind lang, die in der Automobilindustrie offenbar noch länger. (Peter Diehl)
KBA und Transporterventile: Kommentar: Von Lobbyisten umstellt
Die vom KBA genannten Voraussetzungen, die für eine "ordnungsgemäße Verwendung" von Vollgummiventilen bei Transportern erfüllt sein müssen, sind reine Theorie. In der Praxis hapert es oft genug an mindestens einem dieser Punkte.