VW-Chef Bernd Pischetsrieder hält die neuartigen Hybrid-Autos mit kombiniertem Elektro- und Treibstoffantrieb für ökologisch sinnlos. "In der ökologischen Gesamtbilanz sind die Hybride eine einzige Katastrophe", wird Pischetsrieder in unserem Partnerdienst "all4engineers" zitiert. Die Herstellung von Hybrid-Autos sei nämlich extrem aufwändig und ihre Energiebilanz nur bei speziellen Fahrten positiv. Ferner müssten die deutlich größeren Batterien als Sondermüll entsorgt werden, gab er zu bedenken. "Die Gesetze der Physik und Chemie wird auch eine noch so gute Propaganda nicht ändern", sagte der Konzernlenker. Er plädierte dafür, bei der ökologischen Bewertung eines Autos nicht nur den Verbrauch, sondern auch den Gesamtenergiebedarf, der für die Fahrzeugherstellung anfalle, zu berücksichtigen. Forschungsvorstand Wilfried Bockelmann ergänzte, nur für den innerstädtischen Stop-and-Go-Verkehr könne der Hybrid-Einsatz sinnvoll sein. Bei längeren Fahrten mit konstanter Geschwindigkeit entstehe hingegen vielmehr das Problem, dass das zusätzliche Gewicht durch die großen Akkus und ein zweites Antriebssystem mit transportiert werden müsse. Dies sei geradezu "absurd" angesichts der weltweiten Forschung der Autohersteller nach leichteren Werkstoffen. Trotz Pischetsrieders unmissverständlicher Ablehnung der Hybrid-Antriebe arbeitet auch VW den Angaben zufolge an derartigen Fahrzeugen. Der Hersteller sei auf Grund seines Marktanteils in den USA durch die strengen Emissionsauflagen dazu gezwungen, erklärte Bockelmann weiter. Andernfalls könnte in einigen Jahren nach seinen Worten ein Verkaufsverbot in Übersee drohen. (rp)
Hybrid-Autos: VW zwischen Ablehnung und Zwang
Konzern-Chef Pischetsrieder: "Hybrid-Antriebe sind eine ökologische Katastrophe" / Hohe Emissionsauflagen im US-Markt machen Entwicklung aber unumgänglich