Der Weg für eine eigenständige Rettung des Autoherstellers Opel ist frei: Der Mutterkonzern General Motors (GM) hat am Mittwoch die europäischen Unternehmensteile schuldenfrei auf seine deutsche Tochter Adam Opel GmbH übertragen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Rüsselsheim mitteilte. Der Aufsichtsrat der Opel GmbH akzeptierte auf einer außerordentlichen Sitzung gleichzeitig das geplante Treuhandmodell der Bundesregierung, die am Abend eine Vorentscheidung über den neuen Investor fällen wollte. Die geplante Brückenfinanzierung könnte nach den Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ebenfalls bereits an diesem Mittwoch beschlossen werden. Mit dem juristischen Schritt der Vermögensübertragung soll Opel aus der drohenden GM-Insolvenz in den USA herausgehalten werden. Bis zum Zuschlag für einen Investor wird ein Gremium aus Bundesregierung und GM die Geschicke des europäischen Opel-Unternehmens lenken. Übertragen wurden Opel zufolge die europäischen Werke, die Patente und der Zugriff auf Technologien. Ein baldiger Insolvenzantrag des größten US-Autobauers gilt inzwischen als unumgänglich. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa sind viele Gläubiger, bei denen GM mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide steht, nicht mit einer Umschuldung einverstanden. Eine entsprechende Einigung hätte zur Folge gehabt, dass die Gläubiger anstelle ihrer Ansprüche eine zehn-prozentige Beteiligung am Konzern erhielten und war die letzte Chance, eine Insolvenz zu umgehen. Ein Nein der Kreditgeber hatte auch Wettbewerber Chrysler vor rund vier Wochen in die Insolvenz als letzte Chance zur Sanierung getrieben. Inzwischen hat auch der chinesische Autohersteller Beijing Automotive Industry Corp (BAIC) offiziell Interesse an Opel bekundet. Wie die Financial Times Deutschland am Mittwoch meldete, würden die Chinesen eine Bestandsgarantie von zwei Jahren für alle deutschen Werke abgeben und weniger Staatshilfe als die konkurrierenden Bieter Fiat, Magna und Ripplewood verlangen. (dpa/msh)
General Motors/Opel: Europageschäft abgetrennt – Insolvenz scheint unvermeidlich
Der deutsche Autobauer Opel ist wieder eigenständig: Die Muttergesellschaft GM hat ihr Europageschäft rechtlich abgespalten. Die Vorentscheidung über einen neuen Investor soll am Abend fallen. Die Zeit drängt. Nachdem die GM-Gläubiger einen Schuldenverzicht abgelehnt hatten, gilt die Insolvenz als sicher.