Bayern wird ein Forschungsnetzwerk für biogene Kraftstoffe installieren. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller im Anschluss an ein Auftakttreffen mit Wissenschaftlern von 30 Forschungseinrichtungen der Bereiche Kraftstoffforschung und Motorentwicklung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Ende Juli in München mitteilte, wird der Arbeitsschwerpunkt auf den Biokraftstoffen der ersten Generation liegen. Diese Biokraftstoffe – dazu zählen Biodiesel, Rapsölkraftstoff, Ethanol auf Basis stärke- und zuckerhaltiger Pflanzen sowie Biomethan – werden laut Miller noch über Jahre hinaus weltweit mengenmäßig dominieren. Auch wenn den Biokraftstoffen der zweiten Generation – den so genannten Biomass-to-Liquid-Kraftstoffen (BtL) und Ethanol aus lignuzellulosehaltigen Biomassen (LCB-Ethanol) – große Zukunftschancen eingeräumt werden, dürfe die systematische Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die Biokraftstoffe der ersten Generation und dafür geeignete Antriebsaggregate nicht vorschnell aufgegeben werden. Das Forschungsnetzwerk wird die auf dem Gebiet der ersten Kraftstoffgeneration tätigen Forschungseinrichtungen in Bayern mit einschlägigen Instituten außerhalb des Freistaats verbinden. Damit will man Doppelarbeit vermeiden sowie den aktuellen und künftigen Forschungsbedarf identifizieren und abstimmen. Das Forschungsnetzwerk soll auch als Schnittstelle zur Industrie sowie zu Politik und Verwaltung fungieren. Das neue Forschungsnetzwerk Biokraftstoffe (ForNeBik) wird seinen Sitz im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing haben. Beimischung aus heimischer Biomasse Biokraftstoffe, die zur Erfüllung der ab 2007 geltenden Beimischungspflicht benötigt werden, sollen nach Vorstellung des Landwirtschaftsminister vorrangig aus heimischer Biomasse hergestellt werden. Bei den Vorschriften zur Beimischungspflicht sollten nach Auffassung des Ministers auch Mindestanforderungen an die nachhaltige Erzeugung der dafür verwendeten Biomasse verpflichtend vorgesehen werden. "Ziel muss es sein, der Land- und Forstwirtschaft in Deutschland die bisher durch die steuerlichen Anreize aufgebaute hoffnungsvolle Perspektive bei Biokraftstoffen auch nach dem Systemwechsel hin zum Beimischungszwang zu erhalten", so Miller. Beispiel könne hier das Nachbarland Österreich sein, das bereits jetzt das Nachhaltigkeitsprinzip für produzierte Biomasse zur Herstellung biogener Treibstoffe gesetzlich vorschreibt. (ng)
Forschungsnetzwerk für biogene Kraftstoffe in Bayern
Arbeitsschwerpunkt auf Treibstoffen der ersten Generation / Minister Miller fordert Beimischung aus heimischer Biomasse