Elektromobilität: Bosch zeigt intelligente Ladesäule

Bosch arbeitet mit EnBW an einem Prototyp zur Verbesserung des Ladevorgangs bei Elektroautos.
© Foto: Bosch

Das E-Auto handelt den besten Preis mit der Ladesäule aus und das Parkhaus rechnet ohne Zutun des Fahrers die Parkzeit ab. Für diese Zukunfts-Szenarien erprobt Bosch derzeit neue Technologien.

Der Automobilzulieferer Bosch hat am Mittwoch den Prototyp einer intelligenten Ladesäule für elektrische Autos vorgestellt. Gemeinsam mit dem Energieversorger EnBW will das Unternehmen den Ladeprozess und den Service rundherum damit deutlich vereinfachen. Die Suche nach der nächsten Ladestation, die Reservierung und das Bezahlen sollen so ohne Zutun des Kunden laufen.

Auf Basis einer von Bosch entwickelten Software kann dabei das Fahrzeug in Echtzeit mit der Ladestation den Preis aushandeln. Zudem lässt sich je nach Verfügbarkeit Strom aus erneuerbaren Energiequellen wählen. Der Bezahlvorgang soll vollautomatisch ablaufen, ohne dass der Kunde Bargeld oder eine Karte zücken muss. Spielplätze oder Cafés in der Nähe soll die intelligente "Zapfsäule" ebenfalls anzeigen.

Kostenpflichtiges Parken könnte nach den Vorstellungen von Bosch künftig ebenfalls intelligent und automatisch ablaufen. In einem Projekt gemeinsam mit Siemens erprobt das Unternehmen ein Managementsystem, bei dem die Fahrzeuge direkt mit umliegenden Parkplätzen kommunizieren. Passiert ein Fahrzeug eine Parkschranke, kann es automatisch identifiziert werden, die Gebühren können über eine virtuelle Geldbörse abgebucht werden.

Verschiedene Daten werden verbunden

Die Grundlage beider Projekte bildet dabei eine bei Bosch entwickelte Blockchain-Technologie, eine sogenannte Distributed-Ledger-Technik (übersetzt etwa: verteilte Konten). Dabei werden die Daten sicher auf vielen verschiedenen Servern gespeichert und verbunden. Technologie und Vertrauen seien Schlüsselfaktoren für diese Lösungen, sagte Technik-Chef Michael Bolle. Bosch habe dabei auch nach Alternativen zu den großen Plattformanbietern wie Amazon gesucht. Die Distributed Ledger Technologie mit ihren verteilten Datenbanken stammt aus der Kryptowährung und basiert auf Open-Source-Software.

Ein großes Problem dabei ist dabei, dass die Verfahren sehr viel Energie benötigen. Das liege unter anderem daran, dass für die Verschlüsselungsverfahren komplizierte Rechenaufgaben abgearbeitet werden müssen, erklärte Bolle, der bei Bosch auch als Chief Digital Officer die digitale Entwicklung des Konzerns verantwortet. Vor allem bei Einsätzen mit Millionen von Teilnehmern werde das schnell zu einem Problem. Bosch erprobe deshalb Alternativen, die unter anderem auch aus der Spieltheorie kommen.

Enge Zusammenarbeit mit Partnern

"Wir brauchen sichere, offene Plattformen und ein Internet, in dem der Nutzer souverän entscheiden kann, um Vertrauen in digitale Ökosysteme zu stärken", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Ein Schlüsselfaktor für Bosch sei es, dass die Kunden die Hoheit über ihre Daten behalten. Bei der Entwicklung des Internet der Dinge arbeite Bosch eng mit Partnern zusammen. "Niemand kann das Internet der Dinge allein aufbauen."

Das Unternehmen veranstaltet noch bis einschließlich Donnerstag in Berlin die Konferenz Bosch Connected World in Berlin. 5.000 teilnehmende Partner, 80 Aussteller und 150 Redner werden erwartet. (dpa)

HASHTAG


#Bosch

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.