In einem vollständig liberalisierten europäischen Kfz-Ersatzteilmarkt ohne Designschutz würde der Anteil der Zulieferer und unabhängigen Ersatzteilhersteller (Nicht-OEM) am deutschen Sekundärmarkt für Kfz-Ersatzteile wie Karosserie, Licht und Glas erheblich steigen – auch bei Vertragswerkstätten. Gleichzeitig müssten die Autohersteller jährlich mit mindestens einer Milliarde Euro weniger Gewinn leben. Dies hat das Beratungsunternehmen Deloitte errechnet. Insbesondere im Volumenmarkt könnten Nicht-OEM über bestehende Distributionskanäle Ersatzteile rentabel anbieten. Gleichzeitig sei europaweit in den nächsten Jahren eine Erhöhung des Marktvolumens für sichtbare Ersatzteile zu erwarten. Die erhöhte Nachfrage kompensiere die zu erwartende Preisreduktion und sorge für höhere Ersatzteilumsätze, so die Studienmacher. Da die OEM laut Prognose aber deutschlandweit etwa 13,5 Prozent Marktanteile an ihre Wettbewerber verlieren werden, seien sie trotz des Zuwachses die Verlierer. Der Umsatz unabhängiger Hersteller werde dagegen europaweit um rund die Hälfte zulegen, ihr Gewinn soll um mehr als ein Drittel steigen, das entspricht mehr als 1,3 Milliarden Euro. "Ohne entsprechende Kundenbindungsmaßnahmen werden Automobilhersteller im Ersatzteilgeschäft massiv Marktanteile verlieren", resümierte Deloitte-Mitarbeiter Martin Hölz. "Schon heute müssen sie deshalb ihre Unternehmensstrategie auf die kommende Liberalisierung ausrichten und geeignete Maßnahmen, wie beispielsweise alternative Geschäftsmodelle mit anderen Betriebsformen oder entsprechende Kooperationen mit freien Werkstätten, durchrechnen." (ng)
Designschutz-Studie: Abschaffung kostet Hersteller eine Milliarde Gewinn
Ein liberalisierter europäischer Ersatzteilmarkt würde nach Berechnungen der Unternehmensberatung Deloitte den Nicht-OEM ein Umsatzplus von etwa 50 Prozent bescheren.