Conti-Machtkampf: Kompromiss mit Schaeffler in Reichweite

10.08.2009 16:09 Uhr
Rolf Koerfers Tage als Conti-Aufsichtsratsvorsitzender sind offenbar gezählt.
© Foto: ddp / Nigel Treblin

Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann soll nun offenbar doch abberufen werden, aber nur, wenn auch der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Koerfer geht. Abseits der Personalien liegen die Zukunftskonzepte beider Unternehmen nicht weit auseinander, wie es in Industriekreisen hieß.

Im Machtkampf zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler scheint ein Kompromiss in Reichweite zu liegen. "Es könnte sein, dass wir bis Mittwoch eine Paketlösung hinbekommen", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag aus Aufsichtsratskreisen. Demnach könnte ein Kompromiss darin bestehen, dass Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann abberufen wird, aber auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Schaeffler-Berater Rolf Koerfer geht. Damit würde Schaeffler von Koerfer abrücken. Am Mittwoch soll erneut der Conti-Aufsichtsrat zusammenkommen. Eine erneute Kampfabstimmung und ein Eklat wie bei der letzten Sitzung Ende Juli sollten verhindert werden, hieß es. Am Dienstag kommen zunächst die Kapital- und Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat zu Vorbesprechungen zusammen. Als möglicher Nachfolger Koerfers gilt der Chef des Industriegase-Konzerns Linde, der frühere Auto-Manager Wolfgang Reitzle. Die Aufsichtsräte stimmten sich in Telefonkonferenzen regelmäßig ab, hieß es. Es gebe aber noch viele Unsicherheiten. Nachfolger Neumanns soll der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart werden. Fraglich sei aber die Position des Conti-Finanzvorstands, hieß es. Der Wunsch der Schaeffler-Gruppe, ihren Finanzchef Klaus Rosenfeld zum neuen Conti-Finanzvorstand zu machen, sei umstritten. Auch die Banken und die Politik seien an den Verhandlungen umstritten. Aus dem Umfeld der Konzerne hieß es, der Konflikt werde sich am Montag oder Dienstag "in Wohlgefallen" auflösen. Vor allem die Arbeitnehmervertreter im Conti-Kontrollgremium drängten auf eine Ablösung Koerfers. Koerfer sei aber auch bei Aufsichtsräten der Anteilseignerseite umstritten. Koerfer steht seit der dramatischen Aufsichtsratssitzung Ende Juli heftig in der Kritik, vor allem wegen der Vorbereitung und Leitung der Sitzung. Schaeffler hatte versucht, Conti-Chef Neumann zu stürzen, war aber am Widerstand der Arbeitnehmerseite gescheitert. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für eine Ablösung Neumanns kam nicht zustande.

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