Conti-Machtkampf: Altkanzler greift ein

05.08.2009 17:31 Uhr
Altkanzler Schröder will das Vorgehen Schaefflers rechtlich überprüfen lassen.
© Foto: ddp / Berthold Stadler

Nach dem Eklat im Conti-Aufsichtsrat mit dem gescheiterten Versuch, Vorstandschef Neumann zu stürzen, lässt nun Altkanzler Gerhard Schröder rechtlich prüfen, ob Großaktionär Schaeffler bei seinem Vorgehen die Investorenvereinbarung mit Conti gebrochen hat.

Neue Runde im Machtkampf zwischen Conti und Schaeffler: Nach dem Eklat im Conti-Aufsichtsrat lässt nun Altkanzler Gerhard Schröder rechtlich prüfen, ob Großaktionär Schaeffler bei seinem Vorgehen die Investorenvereinbarung mit Conti gebrochen hat. Das kündigte Schröder in einer Erklärung von Mittwoch an. Der Altkanzler ist Garant der Investorenvereinbarung zur Wahrung der Interessen von Continental und damit berechtigt, die Erfüllung der Verpflichtungen von Schaeffler jederzeit gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen. Schaeffler war am vergangenen Donnerstag im Conti-Aufsichtsrat mit dem Versuch gescheitert, Vorstandschef Karl-Thomas Neumann zu stürzen. Einen von Schaeffler geforderten Rücktritt hatte Neumann abgelehnt. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für eine Ablösung Neumanns hatten die Arbeitnehmervertreter verhindert. Schröder erklärte, er habe "aus Anlass der Vorkommnisse im Verlauf der Aufsichtsratssitzung" eine rechtliche Prüfung eingeleitet. "Dabei geht es um die Frage, ob die Investorenvereinbarung durch die Vorgänge bereits gebrochen worden ist oder noch gebrochen werden könnte." Schaeffler hatte zugesagt, keine Änderungen in der Zusammensetzung des Conti-Vorstands vorzunehmen oder zu veranlassen und sich in der Vereinbarung außerdem verpflichtet, die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Vorstands unter Beibehaltung des bisherigen Markt- und Markenauftritts zu unterstützen und keine Verkäufe oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen zu verlangen. Ablösung Neumanns am 12. August? Der Conti-Aufsichtsrat tritt am 12. August erneut zusammen. Dabei würde eine einfache Mehrheit für die Ablösung Neumanns ausreichen. Bei einem Patt hätte der Aufsichtsratschef ein Doppelstimmrecht. Der Großaktionär will seinen Manager Elmar Degenhart als neuen Conti-Chef einsetzen. Neumann hatte der Führung des Familienunternehmens aus Herzogenaurach vorgeworfen, Vorschläge von Conti zu einem gemeinsamen Konzern zu blockieren. Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler und Geschäftsführer Jürgen Geißinger hätten durch ihr Verhalten "in erheblichem Maße" den Unternehmenswert der Continental AG zerstört. Außerdem hatte Neumann auf eine bei Schaeffler skeptisch gesehene Kapitalerhöhung beim finanziell angeschlagenen Autozulieferer gedrängt. Der Aufsichtsrat hatte am vergangenen Donnerstag grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro gegeben. (dpa)

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