Bosch: Gewinn deutlich unter Plan

08.01.2026 15:32 Uhr | Lesezeit: 3 min
Stefan Hartung
Bosch-Chef Hartung: "Gerade der Abbau von Stellen kostet viel Geld"
© Foto: Bosch

Lahmende Autoproduktion, Zölle, maue Kauflaune: Beim Technologieriesen Bosch läuft es alles andere als rund. Tausende Stellen sollen wegfallen. Das drückt nun zusätzlich auf den Gewinn der Schwaben.

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage erwartet Bosch-Chef Stefan Hartung, dass der Technologiekonzern zum zweiten Mal in Folge weniger Gewinn machen wird. "Der Gewinn vor Steuern wird 2025 deutlich unter Plan sein, geringer als im Vorjahr. Gerade der Abbau von Stellen kostet viel Geld, wenn man sozialverträglich vorgehen will", sagte der Manager der Wochenzeitung "Die Zeit". Bereits 2024 war der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf gut 2,7 Milliarden Euro abgesackt. Unter dem Strich, also nach Steuern, war der Einbruch noch deutlicher. 

Hartung zufolge wirken sich mehrere Faktoren negativ auf die Geschäftszahlen des Unternehmens aus. Zum einen kosteten Zölle und Handelsbarrieren Geld. "Zugleich spüren wir bei unseren Produkten für Endkonsumenten, also den Kühlschränken und Waschmaschinen, Mährobotern und Bohrmaschinen, zunehmenden Wettbewerb", sagte der Bosch-Chef. Die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, höhere Preise zu bezahlen, lasse nach. 


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Der Schriftzug und das Logo der Robert Bosch GmbH ist an einer Niederlassung vom Unternehmen in München (Bayern) zu sehen. Bosch ist ein deutscher Technologiekonzern mit Sitz in Stuttgart, der unter anderem als Automobilzulieferer, als Hersteller von Indu Bildergalerie

Eine schnelle Erholung im angelaufenen Jahr erwartet Hartung nicht. "2026 wird sich das Wachstum in den USA und China abschwächen, für Europa und Deutschland sind die Prognosen auch nicht gut", sagte der 59-Jährige. Dies werde sich an den Zahlen ablesen lassen. 2026 werde nicht einfacher. "Die für Zukunftsinvestitionen benötigte Zielrendite von mindestens sieben Prozent werden wir frühestens ab 2027 erreichen können." 

Tausende Jobs fallen weg 

Bosch ist als weltweit größter Autozulieferer bekannt, verkauft aber auch Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge und Wärmepumpen. Die breite Aufstellung – sonst ein Vorteil der Schwaben – wurde zuletzt aber zum Nachteil. In vielen Bereichen ist der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart nach eigenen Angaben nur noch eingeschränkt wettbewerbsfähig. Allein im Zulieferbereich gibt es demnach eine Kostenlücke in Milliardenhöhe. 

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Erst im September hatte der Konzern daher angekündigt, rund 13.000 weitere Stellen abzubauen. Betroffen sind vor allem Zuliefer-Jobs in Deutschland. Das Management und Arbeitnehmervertreter verhandeln an mehreren Standorten über die Pläne. Der Abbau soll sozialverträglich geschehen. Sparprogramme gibt es aber auch in anderen Sparten. Die Abbau-Ankündigungen seit Ende 2023 summieren sich mittlerweile auf rund 29.000 Jobs weltweit. Vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 will Bosch Ende Januar veröffentlichen.


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