Mit einem grundlegenden Umbau der Conti-Spitze wollen Continental und sein Großaktionär Schaeffler ihren monatelangen Machtkampf beenden. Der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart wird neuer Conti-Vorstandschef. Das teilte Conti am Mittwoch in Hannover nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrats mit. Degenhart löst Karl-Thomas Neumann ab, der nach einem erbitterten Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler nach nicht einmal einem Jahr im Amt laut einer Mitteilung "einvernehmlich ausgeschieden" ist. Zugleich aber muss auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer mittelfristig seinen Posten als Aufsichtsratschef aufgeben.
Eine mögliche Zusammenführung von Schaeffler und Conti dagegen scheint vorerst auf Eis gelegt zu sein. Der stellvertretende Conti- Aufsichtsratschef Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE sagte, er rechne innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Monate nicht mit einer Fusion.
Koerfer habe die Bereitschaft erklärt, den Aufsichtsratsvorsitz abzugeben, nachdem die Neuordnung des Vorstands, insbesondere die Bestellung eines Finanzvorstands, vollzogen sei. Zudem soll ein neuer Aufsichtsratschef von außen gesucht werden. Koerfer soll dem Aufsichtsrat als Präsidiumsmitglied weiterhin angehören. Der Conti-Vorstand wird erweitert.
Neu in den Conti-Vorstand rücken neben Degenhart drei Conti- Manager. Dies sind der Leiter der Pkw-Reifensparte, Nikolai Setzer, der Chef der Sparte Interior, Helmut Matschi, sowie der Leiter der Sparte Chassis & Safety, Ralf Cramer. Im Amt bleiben Personalchef Heinz-Gerhard Wente und Lkw-Reifenchef Hans-Joachim Nikolin. Der 50-jährige Degenhart sagte bei der Vorstellung des Vorstandsteams, Conti habe gemeinsam mit Schaeffler die Chance, eine "großartige Zukunft" zu gestalten. (dpa)