ADAC-Reifentest: "Wir prüfen nochmal"

ADAC und Stiftung Warentest weisen den Vorwurf der Beeinflussung ihres Tests durch Reifenhersteller zurück.
© Foto: ADAC

Der ADAC ringt um Aufklärung. Gleichzeitig tauchen immer neue Fragen auf, jetzt zu den Reifentests. An diesen war auch die Stiftung Warentest beteiligt. Getestete Reifen sollen jetzt nochmal auf den Prüfstand.


Datum:
05.02.2014

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Während der ADAC die bisherigen Manipulationsvorwürfe bei der Leserwahl zum "Gelben Engel" überprüft, tauchen immer neue Fragen auf - jetzt zu den Reifentests. Damit kommt erstmals auch die an den Tests beteiligte Stiftung Warentest in die Schusslinie. ADAC und Stiftung Warentest wiesen den Vorwurf, Reifenhersteller hätten den Test beeinflusst, am Mittwoch aber strikt zurück: Das Verfahren bei den Tests sei transparent gewesen.

Neuen Berichten der WDR-Sendung "Servicezeit" und der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge sollen Reifenhersteller vor Tests Details erfahren und ihre Reifen angepasst haben. Sie hätten gewusst, welche Modelle getestet werden und die Testverfahren und Standards gekannt. Damit sei der betreffende Reifen bestmöglich modifiziert worden. Der ADAC und die Stiftung Warentest wiesen die Vorwürfe scharf zurück. Es sei Standard, dass die Hersteller die Testbedingungen kennen. Dazu gebe es ein eigenes Gremium aus Herstellern, Verbraucherschützern und Sachverständigen. Dort werde auch diskutiert, welche Reifenart - etwa welche Größe - getestet werden soll.

Auch die Reifenmodelle würden allen in den Test einbezogenen Herstellern nach der Sitzung des Gremiums mitgeteilt. "Da kurz danach der Einkauf der Reifen beginnt, ist eine Manipulation extrem unwahrscheinlich", sagte Holger Brackemann, Bereichsleiter Test bei der Stiftung Warentest. Nachkäufe im Laufe der Test sollten sicherstellen, dass sich an der Qualität nichts ändere. Nach den Veröffentlichungen soll nun mit rückgestellten Modellen und erneuten Käufen nochmals geprüft werden, ob die Testergebnisse korrekt waren. "Wir prüfen jetzt nochmal", kündigte Brackemann an. "Es ist ein Kernpunkt unserer Arbeit, dass die Verbraucher das Produkt in der Qualität, in der wir es getestet haben, auch im Laden kaufen können."

"Keine Einflussmöglichkeiten"

ADAC-Sprecher Christian Garrels wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. "Hersteller haben zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf die Tests", sagte Garrels. "Die Hersteller wissen auch im Vorfeld nicht, wo und in welcher Stückzahl wir die Reifen kaufen." Die "SZ" hatte geschrieben, die Herstellerfirmen lieferten die eigens entwickelten Reifen an jene Verkaufsstellen, bei denen der ADAC seine Testreifen erwirbt.

Die vom Club beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte untersucht inzwischen weiter mögliche Manipulationen bei der Platzierung bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Anfangs hatte es geheißen, der zurückgetretene Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nur die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge beim Autopreis "Gelber Engel" sei aber nicht betroffen. Die Untersuchungsergebnisse zum "Lieblingsauto 2014" sollen nun am Montag oder Dienstag veröffentlicht werden. Die Ergebnisse zum "Lieblingsauto" für die Jahre 2005 bis 2013 sollen am 17. oder 18. Februar folgen. (dpa)

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