Ab Ende 2014 gelten schärfere Abgasgrenzwerte für neue Pkw-Modelle. Vor allem Ruß- und Stickoxid-Ausstoß müssen dann bei Benziner und Diesel sinken. Die neuen Grenzwerte treten im September 2014 zunächst für die Typzulassung neuer Pkw in Kraft; ab 2015 müssen sie alle Neuwagen bei der Erstzulassung erfüllen. Für Diesel und Benziner gelten jeweils unterschiedliche Werte – allerdings nähern sie sich immer weiter an.
Um die Werte einzuhalten, greifen Fahrzeughersteller und Zulieferer tief in die Trickkiste. "Der technische Sprung von Euro 5 auf Euro 6 ist deutlich größer und technisch aufwendiger als der von Euro 4 zu 5", sagt Sebastian Schilling, Ottomotoren-Experte beim Zulieferer Delphi. So wird nun auch ein geringerer Partikelausstoß für Benziner immer wichtiger. Inklusive Übergangszeit dürfen auch Ottomotoren ab 2017 nur noch so viel Feinstaub ausstoßen wie ein Diesel.
Viele Zulieferer setzen auf innermotorische Maßnahmen. "Da wir durch umfangreiche Simulationen, Motormessungen und Fahrzeugversuche mittlerweile wissen, in welchen Bereichen des Brennraums, an welchen Komponenten und bei welchen Fahrzuständen sich Partikel bilden, können wir nun zielstrebig mit Änderungen beginnen und diese in Serie bringen", so Schilling.
So sollen beispielsweise innovative Injektor-Konzepte und Spritzloch-Geometrien etwa den Kontakt des Kraftstoffs mit Zylinderwand, Kolben und Injektorspitze verhindern. Eine Druckerhöhung über 200 bar hinaus in Kombination mit Softwarefunktionen, die eine exakte Kleinstmengeneinspritzung zulassen, führt schließlich zu einer feineren Zerstäubung und einer besseren Verteilung des Kraftstoffs.