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Autonomes Fahren: Neue Herausforderungen in puncto Sicherheit

Der TÜV SÜD arbeitet an neuen Standards und Prüfkriterien für das autonome Fahren.
© Foto: TÜV SÜD

Der TÜV SÜD arbeitet in verschiedenen Projekten gemeinsam mit Partnern daran, neue Standards und Prüfkriterien für das autonome Fahren zu definieren und so eine Sicherheitsgrundlage für die Praxistauglichkeit der neuen Technologie zu schaffen.


Datum:
23.09.2016
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Wer trägt bei einem Unfall die Verantwortung? Kann der Fahrer sich gänzlich auf sein Auto verlassen? Und wie wird sichergestellt, dass das autonome Fahrzeug entsprechend einer Situation reagiert? Diese Fragen stehen zur Diskussion, wenn es um die Sicherheit beim autonomen Fahren geht. Der TÜV SÜD ist als Prüforganisation an der Entwicklung neuer Tests und Standards beteiligt, um die sichere Umsetzung der Technologie in der Praxis zu ermöglichen.

Dies reicht von der Einführung neuer Testverfahren für funktionale Sicherheit bis hin zu vollkommen neuen Fragen der IT-Security im Automobilbereich. Gleichzeitig dürfen die bisherigen
Sicherheitsvorkehrungen, wie die stabile Karosserie, Airbag oder Sicherheitsgurte nicht vernachlässigt, sondern müssen passend dazu weiterentwickelt werden – darin sind sich die Experten einig.

Neue Technologien erfordern neue Testverfahren

Im Straßenverkehr gibt es 10 hoch 9 mögliche Szenarien, auf die ein autonomes System entsprechend reagieren können muss. Deshalb wird es in Zukunft nicht mehr ausreichen, die Sicherheit – wie bisher üblich – hauptsächlich auf Teststrecken zu prüfen. Zusätzlich ist es erforderlich neue Methoden zu entwickeln, mit denen Sicherheitssysteme auf Ihre Wirksamkeit geprüft werden können. Simulationen spielen hierbei eine wichtige Rolle und werden in Ergänzung zu Realtests ausschlaggebend sein. Gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeitet der TÜV SÜD bereits seit Anfang 2016 u.a. im Forschungsprojekt PEGASUS daran, Teststandards für das autonome Fahren zu entwickeln

IT-Sicherheit ist im Automobilbereich ein vollkommen neues Thema. Das Fahrzeug ist durch die Vernetzung kein abgeschlossenes System mehr, sondern sendet und empfängt Daten. Dieser Datenaustausch findet entweder mit anderen Fahrzeugen oder mit weiteren Elementen der Verkehrsinfrastruktur statt. Das Automobil ist damit prinzipiell auch ein mögliches Ziel für Hacker – und Angriffe auf die Fahrzeug-IT können sowohl Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit als auch den Datenschutz der Verkehrsteilnehmer haben. Deshalb arbeitet der TÜV SÜD auch an Standards und Regelungen für die IT-Security im vernetzten Automobil.

Blackbox fürs Auto

Mit zunehmendem Technik-Einfluss wird eine weitere Vorrichtung unverzichtbar: Die Blackbox fürs Auto. Um die Geschehnisse im Fahrzeug nachvollziehen zu können – beispielsweise nach einem Unfall – ist ein Unfalldatenspeicher, ähnlich einer Blackbox im Flugzeug, notwendig. Denn nach einem Unfall muss zweifelsfrei geklärt werden können, ob der Mensch oder ein technischer Defekt verantwortlich war.

Einigkeit beim autonomen Fahren herrscht darüber, dass der Fahrer jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug zurückgewinnen muss, so das Ergebnis der 2014 überarbeiteten Wiener Straßenverkehrskonvention. Der Fahrer trägt stets die Verantwortung und muss das System überwachen. Eine explizite rechtliche Regelung in Deutschland steht zwar noch aus, jedoch wird es vollkommen autonome Fahrzeuge, die den Fahrer gänzlich überflüssig machen, wohl in absehbarer Zeit nicht geben. (asp)

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