Braucht der Markt noch ein weiteres Diagnosegerät? Die Frage darf man stellen, aber trotzdem lohnt es sich, einen Blick auf das Diagnosetool von FabuCar zu werfen. Denn es verfügt über eine Besonderheit, die es sonst nirgends gibt.
Der immer umtriebige FabuCar-Geschäftsführer Lars Faust ist jedenfalls Feuer und Flamme für das neue Projekt: "Das Besondere an dem Gerät ist die Verbindung einer Fahrzeug-Diagnose mit der Datenbank von FabuCar. Das gibt es sonst nirgendwo anders und wir sehen darin einen echten Gamechanger." Bei dem Gerät samt Software handelt sich um eine gemeinsame Entwicklung mit dem Diagnose-Spezialist Launch Europe. Das Paket umfasst für einen mehr als wettbewerbsfähigen Preis die Hardware und die mitgelieferte Software. Das FabuCar DOC PRO kostet 869 Euro brutto. Inbegriffen sind Updates für 24 Monate. Nach Ablauf der zwei Jahre kann das Gerät weiter genutzt werden, auch wenn das Abo nicht verlängert wird. Wer eine Aktualisierung wünscht, muss 190 Euro für eine 1-Jahres-Update-Lizenz bezahlen. Faust betont, dass man nicht einfach ein bestehendes Produkt von Launch unter anderem Namen anbietet, sondern ein ganz eigenes Produkt kreiert habe. Immerhin geben die beiden Autodoktoren Holger Parsch und Hans-Jürgen Faul ihren Namen dafür her und rühren kräftig die Werbetrommel für das Gerät.
Intelligente Diagnose
Nach Verbindung des VCI (Vehicle Communication Interface) mit der OBD-Schnittstelle fragt das Gerät automatisch die Fahrzeugstammdaten inklusive Fahrgestellnummer ab. Danach werden zunächst alle Fehlercodes ausgelesen. Mit diesen Ergebnissen durchsucht die Software eigenständig über eine Schnittstelle alle gelösten Fälle bei FabuCar Pro.
Lars Faust: "Der Nutzer sieht direkt, dass andere auch schon das gleiche Problem hatten. Die passenden Fälle werden dem Nutzer als Trefferliste angezeigt. Dabei läuft die Ergebnissuche nach einem Pyramidenmodell vom ,perfect match' bis zu ähnlichen Lösungen." Heißt konkret: Ganz oben erscheinen die gelösten Fälle mit genau dem gleichen Motor, danach Fälle in der gleichen Fahrzeugklasse, danach mit dem gleichen Fehlercode usw.
Zugriff auf gelöste Fälle
Wichtige Ergänzung: "Das System sucht nicht nur nach dem gleichen Fehlercode, sondern checkt auch Varianten in der Fehlercodebeschreibung. Durch diese Cross-Suche findet man Fehler, die man mit einer reinen Fehlercodeabfrage nicht gefunden hätte," ergänzt Faust. Werkstätten, die schon Mitglied bei FabuCar Pro sind, bekommen alle Fälle aus FabuCar Pro kostenlos angezeigt. In der Datenbank von FabuCar Pro sind mehr als 28.000 gelöste Fälle hinterlegt. Dazu hat der Nutzer demnächst noch die Möglichkeit, auf die mehr als 12.000 Service-Bulletins des neuen Kooperations-Partners "Elektro Partner" aus Dänemark zuzugreifen.
Die FabuCar-Diagnose
FabuCar DOC PRO kostet 869 Euro brutto und ist im FabuCar-Shop erhältlich (www.fabucar-shop.de). Zum Lieferumfang gehören Gerät, Dongle und Ladegerät, außerdem passende Stecker für ältere BMW- und Mercedes-Fahrzeuge.
- FabuCar setzt auf Expansion: Neue Heimat, neue Ideen
- Fahrzeugdiagnose: KI-gestützte Reparaturhilfe
- Fehlersuche: KI macht Dignose schlauer
- FabuCarfix: Neue Vermittlungsplattform für Profi-Werkstätten
Zusätzlich zur kostenlosen Anzeige der gelösten Fälle bietet FabuCar eine KI-Funktion für 9,90 Euro pro Monat als Abo, das monatlich kündbar ist, an. Zu jedem Fehlerspeichereintrag bekommt man damit eine Aussage durch die KI. Diese schlägt für die vorliegende Kombination von Fehlereinträgen die plausibelste Fehlerursache vor. "Wir füttern die KI nur mit unseren eigenen Daten. Unser Anspruch war, nur die beste Qualität zu liefern", erklärt Lars Faust.
Der Nutzer bekommt eine umfassende Info zu den möglichen Ursachen mit der Übersetzung der Fehlercodes und Vorschläge, welche Maßnahmen vorzunehmen sind und was die wahrscheinlichste Ursache eines Fehlers ist. Die Wahrscheinlichkeit wird vom System mit einem Prozentwert angegeben.
Geführte Funktionen
Mittels der geführten Funktion für VAG-Fahrzeuge auf OE-Basis nach Herstellervorgaben werden Nutzer durch die Fehlersuche geführt. "Damit nehmen wir den Kunden an die Hand, wir machen die Diagnose einfacher", so Lars Faust. "Damit können auch weniger erfahrene Gesellen in der Werkstatt selbstständig eine Diagnose machen. Das System erklärt Schritt für Schritt, was gemacht werden muss."
Ein Profigerät, das sich mit Profigeräten vergleichen lassen kann - das war laut Faust der Anspruch von FabuCar bei der Entwicklung. "Für ein Gerät, das die Werkstatt gerade mal 730 Euro netto kostet, bekommt man ein Gerät, das normalerweise 2.500 bis 3.000 Euro kosten würde. In dieser Range spielen wir auf jeden Fall mit."
- Ausgabe 1-2/2026 Seite 028 (852.7 KB, PDF)