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Vernetztes Auto: Freier Markt gerät unter Druck

Digitalisierung: Kfz-Branche vor "Paradigmenwechsel"
© Foto: Serg Nvns / Fotolia

Das "Connected Car" ist eines der heißesten Themen in der Kfz-Branche. Experten sehen darin große Chancen. Doch nicht für alle sind die Aussichten rosig. Besonders hart könnte es die freien Werkstätten treffen.

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Die zunehmende Digitalisierung in der Autoindustrie schürt große Ängste unter freien Servicebetrieben. Laut einer aktuellen Studie von BBE und des Vereins Freier Ersatzteilemarkt (VREI) sehen mehr als 80 Prozent der markenungebundenen Werkstätten für sich keine Chance beim Trendthema "Connected Car". So befürchten die Betriebe, dass sie die künftigen Anforderungen an Kompetenz, Know-how und Werkstattausstattung nicht erfüllen könnten und die Konkurrenz der Vertragswerkstätten übermächtig werde.

Der Analyse zufolge wird die Fahrzeugvernetzung deutliche Veränderungen im Aftermarket bewirken. Bisher stieg mit zunehmenden Fahrzeugalter der Teilebedarf, gleichzeitig sank die Loyalität gegenüber der Vertragswerkstatt. Mit der verpflichtenden Einführung von eCall zum März 2018 werde die Grundlage für die weitere technologische Entwicklung von Connectivity-Elementen geschaffen. Verstärkte Aktivitäten der Autohersteller könnten zur aktiven Marktbearbeitung und Kundenlenkung führen.

"Die digitale Welt nimmt immer mehr Einfluss auf die Branche und wird einen Paradigmenwechsel bewirken", erklärt Ralf Deckers, Leiter Research bei BBE Automotive in Köln. Neue Nachfragemärkte würden entstehen, zugleich sinke das Unfallrisiko und somit auch das Aftermarket-Volumen im Lackier- und Karosseriebereich. Der Fachmann sieht deshalb sowohl die Auto- als auch die Teilehersteller in der Pflicht, den Autofahrer an das Thema heranzuführen und die Werkstätten auf die neuen Herausforderungen im Service vorzubereiten.

VREI-Vorstand Thomas Fischer bestätigt diese Einschätzung: "Die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge sowie, die damit einhergehende Flut an Daten und Informationen und deren Verarbeitung haben das Potenzial, die Marktverhältnisse im automobilen Servicemarkt grundlegend zu verändern." Für den Verband sei es besonders wichtig, dass "die Chancengleichheit aller Marktteilnehmer gewährleistet ist und der Autofahrer entscheiden kann, wo er sein Fahrzeug warten und reparieren lässt".

Bekanntheit und Interesse noch gering

In den Medien ist das vernetzte Auto zwar ein Hype – doch Werkstätten wie Verbraucher setzen sich noch kaum mit dem Thema auseinander. Laut Untersuchung haben drei von vier Autofahrern keinerlei Vorstellung, was "Connected Car" bedeutet. Zudem würden die Marktpreise bei deutlicher Preisunsicherheit unterschätzt und der Nutzen einzelner Komponenten oft nicht wahrgenommen.

Für die Branchenexperten Deckers und Fischer ist klar: Damit die Fahrzeugvernetzung zum Erfolg wird, muss sie erlebbar bzw. erfahrbar werden. "Ein Wachstumstreiber in der Automobilbranche werden schnelle, zuverlässige und kostengünstige Connected Car-Lösungen sein. Dabei wird das vernetzte Fahrzeug fester Bestandteil der Kommunikationskette werden. Über das Connected Car hinaus wird eine Flut neuer Geschäftsmodelle in allen Lebensbereichen entstehen", lautet das Fazit ihrer Studie. (rp)

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