Standox-Camps: "Das steht auf keinem Lehrplan"

Kommt ein Kunde in die Werkstatt - Übung im Rhetorik-Kurs.
© Foto: Standox

Im zweiten Standox-Camp werden Auszubildende dahingehend geschult, Kunden in der Werkstatt ein positives Gefühl zu vermitteln, ohne die fachliche Kompetenz zu überschreiten.

Ein Kunde betritt die Werkstatt. Kein Meister, kein Geselle weit und breit - nur der Auszubildende ist da. Und der Kunde steuert auf ihn zu, um sein Anliegen zu besprechen. Wie der Azubi reagieren und sich richtig verhält, wird im Rhetorik-Kurs des 2. Standox Camps geübt. Hier spielen die Teilnehmer diese Situation durch, und das ist oftmals schwieriger als gedacht. Manche Auszubildenden zeigen Nerven, vermeiden den Blickkontakt mit ihrem gegenüber, die Stimme wird unsicher uns leiser, letztlich verlieren die Teilnehmer die Körperspannung.

"Natürlich war diese Situation konstruiert. Aber sie ist durchaus vorstellbar", erklärte Rhetorik-Coach Helmut Kutschbach. "Es ging gar nicht so sehr um das, was die Teilnehmer gesagt haben. Sondern in erster Linie um das Wie: Wie schaffe ich es durch mein Auftreten, dass der Kunde sich im Betrieb gut aufgenommen und aufgehoben fühlt?"

Das zweitägige Rhetorik-Training war Teil des ersten Camp-Treffens, an dem zwölf Lackierer-Auszubildende aus ganz Deutschland teilnahmen. Sie kommen in jedem ihrer drei Lehrjahre für jeweils eine Woche nach Wuppertal zu einer zusätzlichen Schulung. Damit will Standox die Ausbildungsanstrengungen der Karosserie- und Lackierwerkstätten unterstützen und ein positives Signal an die Branche schicken.

"Es geht uns nicht primär ums Lackieren", betont Andreas Keller, Leiter des von Standox initiierten Reparaturnetzwerks Repanet, der das Camp-Konzept maßgeblich mitentwickelt hat. "Wir wollen den Teilnehmern Fähigkeiten und Werte vermitteln, die in keinem Ausbildungsplan stehen: Selbstbewusstsein, Zielstrebigkeit, Kommunikations- und Teamfähigkeit, sicheres Auftreten und ein Bewusstsein für das, was möglich und erreichbar ist. Das sind Skills, die Mitarbeiter und vor allem angehende Führungskräfte brauchen. Sie müssen in der Lage sein, über den Tellerrand hinauszublicken. Dazu wollen wir anregen."

Beim kommenden Camp-Treffen wird natürlich auch lackiert, doch verbindet Andreas Keller mit diesen Inhalten einen zusätzlichen Aspekt. "Wir wollen mit dem Camp die Bereitschaft fördern, sich mit einmal Erreichtem und Gelerntem nicht zufriedenzugeben", sagt er. "Man muss ständig bereit sein, weiter zu lernen. Dies wird schon heute von Fach- und Führungskräften erwartet. Und angesichts der Herausforderungen, vor denen unsere Branche steht, wird diese Flexibilität künftig noch wichtiger werden." (asp)

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