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Kernfusion


Datum:
25.03.2008
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TÜV SÜD und TÜV Rheinland

Mit der überraschenden Ankündigung, TÜV SÜD AG und TÜV Rheinland Holding AG zur größten deutschen Prüforganisation und zur Nummer zwei in der Welt zusammenführen zu wollen, ist den beiden TÜV-Organisationen Mitte Februar eine echte Sensation gelungen.

Selbst in den eigenen Organisationen war das Thema Fusion ein perfekt gehütetes Geheimnis. "Wir haben erst vor wenigen Tagen von den Plänen erfahren und hatten eine entsprechend kurze Vorbereitungszeit", gestand Rainer Strang, Pressesprecher der TÜV SÜD AG. Dafür lief die Information der Presse generalstabsmäßig ab. Am 13. Februar erläuterten die Architekten der Fusion

Rückwirkend gemeinsam

Prof. Dr.-Ing. Bruno O. Braun, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland Holding AG, und Dr. -Ing. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG, in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Vormittag in Düsseldorf und wenige Stunden später in München erste Hintergründe der Fusionspläne. Vorausgesetzt das Kartellamt stimmt der Fusion zu, soll der Zusammenschluss der beiden TÜV zu einer Organisation rückwirkend zum 1. Januar 2008 wirksam werden, erläuterte Prof. Dr. Buno O. Braun. Dabei entstünde ein weltweit agierender Dienstleistungskonzern für Prüfen, Testen, Zertifizieren und Ausbilden mit 25.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 2,2 Mrd. Euro.

In Deutschland wäre der fusionierte TÜV die absolute Nummer eins unter den Prüforganisationen, weltweit entstünde das zweitgrößte Unternehmen dieser Art. Organisatorisch soll die Fusion so ablaufen, dass zunächst die beiden Trägervereine TÜV SÜD e.V. und TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V., die alleinige Aktionäre der Konzerne TÜV SÜD AG und TÜV Rheinland Holding AG sind, fusionieren. Anschließend folge die Fusion der Konzerne. Die fusionierten Vereine wollen zudem Aktienanteile in eine gemeinsame Stiftung einbringen, deren Aufgabe vor allem die Förderung des Ingenieurnachwuchses sein soll. Sitz der Stiftung und des fusionierten Vereins wird Köln sein. Das operative Geschäft wird dann in einer gemeinsamen Holding zusammengefasst, die ihren Sitz in München haben wird. Auch die Führungsfrage ist bereits geklärt. Demnach wird Prof. Braun bis 2010 den Vorstandsvorsitz der fusionierten Gesellschaft übernehmen. Sein Stellvertreter Dr. Axel Stepken soll ihn zum 1. Januar 2010 an der Spitze des Unternehmens ablösen. Prof. Braun wird zu diesem Zeitpunkt den Vorsitz des Auf-sichtsrates übernehmen. Gefragt nach möglichem Personalabbau in Folge der Fusion, stellten Prof. Braun und Dr. Stepken klar, dass die Fusion nicht dem Zweck diene, Kosten oder Personal einzusparen. Vielmehr gehe es darum, in allen Geschäftsbereichen zu wachsen und dafür benötige man eher zusätzliches Personal. Prof. Braun ergänzte: "TÜV SÜD und TÜV Rheinland haben im letzten Jahr im Inland zusammen rund 500 neue Jobs geschaffen.

Starkes Wachstum im Ausland

Durch die Wachstumspläne des Unternehmens dürfte der Bedarf an neuen qualifizierten Arbeitskräften noch weiter steigen." Dabei wirke sich auch das Wachstum im Ausland positiv auf die Beschäftigtenzahlen in Deutschland aus. "Man kann davon ausgehen, dass für drei Arbeitsplätze im Ausland ein neuer in Deutschland geschaffen wird", so Prof. Braun. Das dürften die Beschäftigten der beiden TÜV gern hören, denn wachsen will das Unternehmen vor allem im Auslandsgeschäft und in Zukunftsmärkten, wie China, Indien oder auch Südamerika. Der TÜV Rheinland erwirtschaftet aktuell rund 40 Prozent seines Umsatzes von knapp einer Mrd. Euro im Ausland, beim TÜV SÜD sind es bei einem Gesamtumsatz von 1,3 Mrd. Euro (2007) 25 Prozent. "Besonders dynamisch dürfte die Entwicklung angesichts der starken Nachfrage nach unseren Dienstleistungen in der Wirtschaftsregion Asien-Pazifik ausfallen. Auch auf den amerikanischen Märkten werden wir als Konzern kräftig weiter wachsen", erklärte Dr. Axel Stepken. Keine Wachstumsschübe erwarte man hingegen für Deutschland, wo der Markt für Prüfdienstleistungen bereits gesättigt sei. Allerdings sei es wichtig und von strategischer Bedeutung, in dem zunehmend von Liberalisierung und Wettbewerb gekennzeichneten Heimatmarkt für technische Prüfdienstleistungen auch künftig eine Schlüsselposition zu halten.

Die Kunden beider TÜV aus dem Autohaus- und Werkstattgeschäft werden von einer Fusion ohnehin wenig bemerken. "Natürlich bietet eine Fusion auch im Bereich Fahrzeugprüfung und Mobilität die Chance, Dienstleistungen bundesweit gebündelt anzubieten und gemeinsam neue Dienstleistungen für unsere Kunden zu entwickeln, auf den individuellen Service und der Betreuung der lokal operierenden Kunden wird die Fusion aber keinen Einfluss haben", so Stepken. Ob die Fusion tatsächlich wie geplant durchgeführt werden kann, entscheidet sich spätestens bis Mitte Juni. Bis dahin dürfte das Kartellamt die bei Zusammenschlüssen dieser Größenordnung übliche Prüfung abgeschlossen haben. Prof. Braun und sein Kollege Stepken ließen sich zwar keine Einschätzung entlocken, waren aber durchaus zuversichtlich, die Fusion frei von Auflagen genehmigt zu bekommen. "Es gibt aus unserer Sicht keine Bereiche, in denen wir uns so stark überschneiden, dass daraus eine wettbewerbsbeherrschende Position unserer beider Unternehmen nach einer Fusion entstehen könnte", so Prof. Braun.

Keine Reibungsverluste erwartet

Die für 2007 geplante Fusion von TÜV SÜD und TÜV NORD war Ende letzten Jahres auch an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert. Zudem hätten die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen von TÜV NORD und TÜV SÜD einen erheblichen Integrationsaufwand erfordert. Eine Hürde, die sich nach Überzeugung von Dr. Axel Stepken bei einer Fusion von TÜV Rheinland und TÜV SÜD nicht stellt. "Der TÜV Rheinland und der TÜV SÜD sind von ihrer Geschichte, Strategie und Organisationsstruktur relativ ähnlich. Beide Unternehmen hat in den letzten Jahren zudem ausgezeichnet, dass sie Wachstum durch Zukauf und Integration von neuen Firmen realisiert haben. Das macht uns optimistisch, dass auch die Integration beider Unternehmen insgesamt reibungslos funktionieren wird, weil wir dort Erfahrung haben", so Dr. Axel Stepken.

Wie das neue Unternehmen nach der Fusion heißen soll, dazu mochten sich die TÜV-Chefs Braun und Stepken nicht äußern. Nur so viel: "Gehen Sie davon aus, dass die Marke TÜV ein wesentlicher Bestandteil des neuen Firmennamens sein wird." Frank Schlieben

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