Führungskräfte von morgen wollen die Sponsoren des ASM erreichen und fördern. ZF Services und Coparts Deutschland unterstützen den Wettbewerb seit vielen Jahren. asp erkundigte sich im Interview mit Dr. Ulrich Walz (ZF) und Ulrich Wohlgemuth (Coparts), warum Weiterbildung nie aus der Mode kommt.
ZDK-Präsident Robert Rademacher brachte es anlässlich der letztjährigen Siegerehrung des Auto Service Meisters (ASM) 2012 auf den Punkt: „Zum Erfolg gibt es keinen Lift, da muss man die Treppe nehmen“, erklärte er vergangenen September auf dem Automechanika-Stand von Hauptsponsor ZF Services. Weiterbildung sei dieser anstrengende Weg über die Treppe.
Aber oben angekommen, habe man einen schönen Ausblick und gleichzeitig eine gute Perspektive für den nächsten Karriereschritt, fügte er treffend hinzu. Mittlerweile sind die Gewinner des Auto Service Meister 2013 ermittelt. Die Siegerehrung findet am 17. September in gewohnter Manier auf dem Frankfurter Messegelände statt. Ein guter Zeitpunkt, um sich zur Einstimmung mit den Vertretern der Hauptsponsoren ZF Services, Dr. Ulrich Walz (in der Geschäftsführung der Schweinfurter verantwortlich für den Bereich Markt), sowie Coparts Deutschland, Ulrich Wohlgemuth (Geschäftsführer), über die wettbewerbsentscheidenden Faktoren Aus- und Weiterbildung zu unterhalten.
Der ASM 2013 ist zu Ende. Mittlerweile hat sich um die Fragebogen herum eine eigenständige Rubrik zum Thema „Karriere & Weiterbildung“ entwickelt. Nicht zuletzt dadurch können sich fortbildungswillige Kfz-Profis das ganze Jahr über Tipps holen und über Neuregelungen informieren. Dürften wir Sie als Vertreter der Unternehmen, die seit Beginn dabei sind, um einen kurzen, bewertenden Rückblick des Wettbewerbs bitten?
Ulrich Walz: Seit 2007 unterstützt ZF Services den Wettbewerb. Das gleichbleibend hohe Leistungsniveau der teilnehmenden Meisterschüler über all diese Jahre hinweg beweist die Qualität der Aus- und Weiterbildung im Kfz-Gewerbe. Sie ist die beste Basis für das individuelle Engagement der Meisterschüler, das wir mit Hilfe des Auto Service Meister (ASM)-Wettbewerbs noch einmal verstärken.
Ulrich Wohlgemuth: Mit dem Ziel, angehende Kfz-Profis zu fordern und fördern, unterstützt Coparts Autoteile traditionell die Auszeichnung Auto Service Meister als Hauptsponsor. Denn die ständigen Veränderungen in der Automobiltechnik erfordern von Unternehmen und deren Mitarbeitern eine permanente Aus- und Weiterbildung. Eine Weiterbildung sichert also nicht nur die berufliche Zukunft des Einzelnen, sondern auch des ganzen Unternehmens und sogar eines ganzen Branchenzweiges. Wer Stärke im Wettbewerb zeigt und eine hohe Akzeptanz beim Autofahrer für sich beansprucht, muss sich unablässig weiterqualifizieren. Der Fort- und Weiterbildung kommt also eine wachsende und sogar existenzielle Bedeutung zu. Auch wenn angehende Meister schon aus einem gewissen Selbsterhaltungstrieb einen hohen Wissensdrang haben sollten, ist eine Initiative wie Auto Service Meister ein wertvoller und praktikabler Ansatz, Anreize zu schaffen und zur Weiterbildung zu motivieren.
Was sind die Gründe für Ihre Beteiligung am Wettbewerb?
Ulrich Walz: Nur wer sich ständig weiterbildet, ist und bleibt erfolgreich. Eine Maxime, der ZF Services mit fortwährenden Trainings der eigenen Mitarbeiter, seiner Kunden und autorisierter Partner folgt. Mechaniker in der Kfz-Werkstatt müssen mit technischen Entwicklungen Schritt halten, um Diagnose, Service und Reparatur professionell durchführen zu können. Daher müssen die notwendigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Kfz-Gewerbe auch in Zukunft auf hohem Niveau fortgeführt werden. Der ASM-Wettbewerb trägt durch seine Nähe zu den Kfz-Betrieben und Meisterschulen unmittelbar zum Erfolg der Aus- und Weiterbildung in diesem Gewerbe bei und setzt hohe Qualitätsstandards. Dafür engagieren wir uns sehr gern.
Ulrich Wohlgemuth: Aus- und Weiterbildungsangebote sind Basisarbeit einer Systemorganisation. Genauso wie Lehrer ihr pädagogisches und fachliches Wissen permanent auf dem Stand des neuesten Lehrplans halten und Anwälte in aktuellen Rechtsfragen bewandert sein müssen, müssen auch Arbeitnehmer in Berufen, in denen immer wieder neue Technik auf den Markt kommt, ihr Wissen ständig erweitern und erneuern. Denn schließlich setzt der Endverbraucher, also der Autofahrer, einen hohen Wissensstandard voraus. Für COPARTS als eine der größten und leistungsstärksten Systemorganisationen in Deutschland ist es also eine unternehmerische Verantwortung und Selbstverständlichkeit, Initiativen und Wettbewerbe wie Auto Service Meister zu unterstützen.
Schulungen stehen und fallen mit dem Anwendungsbezug. Wo sehen Sie die wesentlichen aktuellen und künftigen Herausforderungen für die Branche?
Ulrich Walz: Mit jeder Fahrzeug- und Produktgeneration steigen die Anforderungen an das Werkstattpersonal. Auch seitens der Kunden! Diese erwarten hohe Qualität und dennoch günstige Preise. Nur intensiv und fachmännisch geschultes Werkstattpersonal kann langfristig zu einer positiven Kundenbindung beitragen. Zum einen durch professionelle technische Leistung am Fahrzeug und zum anderen durch einen gekonnten Umgang mit dem Kunden. Trainings müssen dafür die notwendigen Impulse geben.
Ulrich Wohlgemuth: Die Bedeutung der Weiterbildung ist unbestritten. Die Herausforderung besteht in dem Überangebot an Schulungsangeboten und der Notwendigkeit, diese zu bündeln. Eine Werkstatt kann heute ganzjährig Seminare und Schulungen besuchen. Das ist einerseits eine notwendige Erfordernis, andererseits stößt sie damit an Grenzen des Machbaren. Es gibt Schulungen der Automobil- und Zuliefererindustrie zu Technik, Schulungen von Herstellern von Werkstattausrüstung zu neuen Geräten und neuen Reparaturmethoden, kaufmännische Schulungen und EDV-Seminare des Großhändlers und der Systemorganisation, Stammtische zum Gedankenaustausch und schließlich Workshops zu Themen wie Recht und Gewährleistung sowie Trainings zu Mitarbeiterführung oder Kundenansprache. Wer als Werkstatt alle Angebote nutzt, kann vor lauter Weiterbildung seinen eigentlichen Job aus Mangel an Zeit gar nicht mehr wahrnehmen. Hier ist ein ergänzendes Angebot an Online-Schulungen und Schulungsfilmen ein geeigneter Lösungsansatz.
Wie wichtig ist das Thema Ausbildung und Qualifizierung für Ihr Unternehmen bzw. für Ihre Partnerbetriebe und Gesellschafter?
Ulrich Walz: Mit unserem Werkstattkonzept ZF Services ProTech wie auch mit dem damit verbundenen Schulungsangebot geben wir ein klares Signal, dass wir um den Wert und die Bedeutung eines möglichst umfassenden Service für unsere Kunden in Handwerk und Handel wissen und alles dafür tun, um unsere Partner auf breiter Basis zu unterstützen. Mit kunden- bzw. werkstattgerechten technischen Produktschulungen in Theorie und Praxis, Schulungsunterlagen mit Werkstatthinweisen, Schadensdiagnosen und Hinweisen zu schadensvermeidenden Maßnahmen im Fahrzeug bieten wir unseren Partnern kompetente Serviceunterstützung.
Ulrich Wohlgemuth: Permanente Fortbildung und eine hohe Qualifikation der Mitarbeiter erfordert eine Nachhaltigkeit und ist eine dauerhafte Herausforderung, um sich auf die ständig verändernden Rahmenbedingungen der Branche einstellen zu können. Ein hohes Fachwissen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Unternehmens. Es erzeugt Kundenbindung, ermöglicht Neukundengewinnung und schafft ein positives Image – und von diesem positiven Image einer einzelnen freien Werkstatt profitiert das gesamte Netzwerk und schließlich sogar der gesamte freie Markt. Ausbildung und Qualifikation ist also eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit und in die Zukunft.
Wie viele Auszubildende beschäftigt Ihr Unternehmen derzeit, Herr Dr. Walz?
Im Durchschnitt bildet ZF Services an seinen deutschen Standorten elf junge Menschen pro Jahr aus. Zumeist arbeiteten sie direkt im Anschluss auch in diesem Geschäftsfeld des ZF-Konzerns weiter. Derzeit liegt der Schwerpunkt im Bereich Logistik. ZF Services benötigt hier auch in Zukunft neue Fachkräfte, denn das Logistikzentrum in Schweinfurt wird in den kommenden Jahren weiter um- und ausgebaut, um Kunden in aller Welt noch schneller mit Ersatzteilen zu versorgen. Der ZF-Konzern beschäftigt derzeit 1.700 Auszubildende an 16 deutschen Standorten, davon etwa 520 Azubis, die 2012 ins erste Lehrjahr starteten.
Und wie ist es in Ihrem Netzwerk, bestehend aus Gesellschaftern und Großhandelspartnern, Herr Wohlgemuth?
Nur Unternehmen, die ausbilden, werden auf Dauer erfolgreich sein. Denn eine Vermittlung von Unternehmenswerten während der Ausbildung und damit die Identifikation des Mitarbeiters mit seinem Betrieb ist im Vergleich zur fachlichen Ausbildung nicht minder wichtig. Im Netzwerk der Coparts sind über 50 Großhändler und Gesellschafter aktiv an weit über 200 Standorten. Coparts verfügt heute über weit mehr als 2.150 Systempartner. Alle sind Ausbildungsbetriebe.
Wie erreicht man Kfz-Techniker im Jahr 2013? Welche Voraussetzungen müssen Weiterbildungen aus Ihrer Sicht erfüllen, um einerseits auf eine hohe Nachfrage zu stoßen und zudem einen guten Lernerfolg zu ermöglichen?
Ulrich Walz: ZF Services ist aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit Werkstatt-Trainings sehr nah an den Wünschen und Anforderungen aus der Praxis dran. Wichtigster Anreiz für den Besuch von Schulungen ist deren Qualität und Praxisbezug. Bei der Konzipierung und Durchführung der Trainings muss man zudem auf die individuellen Erfahrungen und Erwartungen der Teilnehmer eingehen. Dieser dialogorientierte Ansatz macht die Trainings besonders attraktiv. Aus all dem ergibt sich fast von selbst, dass ein nachhaltiger Lernerfolg nicht mit dem Zeigen von Powerpoint-Folien erreicht wird. In der Werkstatt für die Werkstatt muss das Motto sein. Die Nutzung technischen Know-hows direkt vom Hersteller der Antriebsstrang- und Fahrwerkkomponenten in unserem Fall gibt den Werkstätten anschließend die notwendige Sicherheit bei der Werkstattarbeit und damit auch im Kundenkontakt.
Ulrich Wohlgemuth: Es besteht ein grundsätzlicher Zielkonflikt zwischen Notwendigkeit an Schulung und bestehendem Überangebot bei begrenzter Zeit. COPARTS ist sich dieser Problematik bewusst und bündelt und ergänzt im Rahmen von MotorKolleg bestehende Angebote und bietet diese zielgruppenorientiert und lokal an. Eine hohe Nachfrage wird nur dann erreicht, wenn Schulungen mit einer reduzierten Teilnehmeranzahl lokal, in unmittelbarer Reichweite, angeboten werden. Eine hohe Kompetenz der Trainer und Schulungsleiter ist Voraussetzung.
Herr Walz, Herr Wohlgemuth,
ich bedanke mich für
das Gespräch.
Das Interview führte Martin Schachtner