Fundament

16.10.2009 12:02 Uhr

Auto Service Meister 2009

Umfangreiches Kfz-Fachwissen unter Beweis gestellt, nahmen die Sieger auf der IAA verdient ihre Preise entgegen. André Rohland und Danny Sauerbrey lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wieder musste das Los entscheiden.

Am 17. August war Einsendeschluss für den dritten Auto Service Meister (ASM) von asp, ZF Services und der Teilehandelskooperation Coparts. Knapp 300 Meisterschüler beteiligten sich am Wettbewerb und füllten von Dezember bis Juli insgesamt acht Fragebögen aus. Der Sieger André Rohland erreichte die volle Punktzahl und freute sich über den Gewinn von 5.000 Euro. Der Thüringer, dessen Ausbildungszeit sich auf zwei ASM-Wettbewerbe erstreckte, hatte bereits beim ASM 2008 teilgenommen, die volle Punktzahl erreicht und den Sprung auf das Siegerpodest geschafft: Auch vor einem Jahr beantwortete der 34-Jährige alle Fragen richtig, wurde jedoch durch Los-Pech lediglich Zweiter. Diesmal hatte er mehr Glück. Und mehr Wissen. Einen Teil des letztjährigen Preisgeldes wollte er gut und weitsichtig in seine Weiterbildung anlegen, wie der zweifache Vater beim letzten Gespräch mit der asp im Mai dieses Jahres erzählte. Er hat die Ankündigung wahr gemacht und die ersten Früchte bereits jetzt geerntet. Rohland machte die Meisterausbildung an der Handwerkskammer (HWK) Ostthüringen.

Ebenso wie Erik Puffe aus Zeitz übrigens, der in der ersten ASM-Runde den dritten Platz erreichte. Die Meisterschule in Gera darf sich folglich rühmen, in allen drei Wettbewerbsrunden jeweils einen Preisträger gestellt zu haben. Seit 1994 arbeitet Rohland für den VW-Partnerbetrieb Baumann. Gegenwärtig fungiert der Kfz-Profi, der seinen Preis in Gegenwart seiner Ehefrau und des viermonatigen Sohnes entgegennahm, als Werkstattleiter. Auch der Zweitplatzierte Danny Sauerbrey stammt aus Mitteldeutschland. Er erreichte gleichfalls die volle Punktzahl, musste sich jedoch aufgrund der Losentscheidung mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Ein in Frankfurt zusätzlich zum Pokal überreichter Siegercheck über 2.500 Euro dürfte aber sicherlich Trost spenden. Der 22-Jährige erwarb sein automobiltechnisches Rüstzeug bei einem VW/Audi-Markenbetrieb in Schmalkalden und erhielt seine Meisterausbildung am Berufs- und Technologiezentrum Rohr. Das BTZ Rohr ist Teil der Handwerkskammer Süd-thüringen. Derzeit absolviert er seinen Zivildienst in einer Kindertagesstätte in Aue im Erzgebirge.

Weitere Talentschmiede

Den dritten Rang belegt Christian Bauer aus einer Kleinstadt nahe dem niederbayerischen Landshut. Bauer besuchte die Meisterschule der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und auch diese Bildungseinrichtung steht allem Anschein nach für eine qualitativ hochwertige Meisterausbildung. Schließlich besuchte der Zweitplatzierte des ASM 2007, Max Mundigl aus Vilsbiburg, ebenfalls die dortige Meisterausbildung. Für Bauer ist die Zeit, die Teilnehmer zur Beantwortung der ASM-Fragen benötigen, überaus wertvoll investiert: „Man kann nur gewinnen, wenn nicht Geld, dann zumindest Wissen“, erklärte der 27-Jährige. Der Niederbayer jedenfalls erhielt beides, sowohl einen Scheck über 1.000 Euro als auch Fachwissen durch gewissenhafte Recherche und asp-Lektüre. Allerdings scheint er größtenteils auf vorhandenes Wissen zurückgegriffen zu haben, schließlich habe er alle Fragebögen in einem Rutsch an drei aufeinanderfolgenden Abenden ausgefüllt, erwähnte er. Und das sehr erfolgreich: Er erhielt 296 von 312 möglichen Punkten. Der Kfz-Meister und ausgebildete Kfz-Betriebswirt arbeitet derzeit beim Lkw-Service Brunner, einem Iveco, Volvo- und Rolfo-Markenbetrieb. Er plant allerdings ein duales Studium und liebäugelt mit einer Tätigkeit beim TÜV Süd Auto Service in Landshut als Kraftfahrzeug-Sachverständiger und Gutachter. Die Siegerehrung fand traditionell in Frankfurt auf dem IAA-Messestand des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen statt. Der 34-jährige André Rohland nahm den Siegerpokal aus den Händen von Gastgeberin Fabiola Wagner, Pressesprecherin von ZF Services, in Empfang. Die Laudatorin hob in ihrer Rede die Bereitschaft der Preisträger hervor, etwas leisten und Herausforderungen anpacken zu wollen. Diese Einstellung bringe nicht nur sie selbst nach vorne, sondern sichere auch die Zukunftsfähigkeit der Branche, so Wagner. Jürgen Karpinsky, Mitglied im Vorstand des ZDK und Präsident des Landesverbandes Hessen, hielt als Ehrengast eine weitere Laudatio auf die Preisträger. Er hielt die Sieger darin an, in ihrem Streben nach Qualität und permanenter Weiterbildung auch in Zukunft nicht nachzulassen. „Der Meisterbrief ist erst der Einstieg in eine anspruchsvolle Aufgabe, die heute nur dann in hoher Qualität und bester handwerklicher Tradition ausgeübt werden kann, wenn man bereit ist, sich permanent den Veränderungen und wachsenden Herausforderungen zu stellen, die der Meisterberuf bereithält“, so Karpinsky.

Unterstützung der Schulen

Den Sonderwettbewerb „Meisterschule des Jahres“ hat in diesem Jahr die Robert-Bosch-Schule in Ulm gewonnen (siehe Kasten unter diesem Text). Daneben glänzten Schüler weiterer Einrichtungen mit guten Leistungen und zahlreicher Beteiligung: Die Alfons-Kern-Schule in Pforzheim, die Kfz-Innung München und Oberbayern und wie gewohnt die Akademie des Handwerks an der Unterweser sowie die Handwerkskammer Ostthüringen. Eine Liste mit den Top 100 des Auto Service Meister 2009 finden Sie im Internet auf der asp-Homepage (www.autoservicepraxis.de.) Martin Schachtner

ASM-Sonderwettbewerb

Meisterschule des Jahres

Nachdem im letzten Jahr erstmals die engagierteste Meisterschule einen Extra-Preis erhalten hatte, lobten die Veranstalter dieses Mal den Preis für die beste Meisterschule aus. Beim Auto Service Meister 2008 schickte die HWK Ostthüringen die meisten Teilnehmer ins Rennen, in diesem Jahr lieferten die Schüler der Robert-Bosch-Schule (RBS) in Ulm die beste Gesamtleistung ab. Die schwäbische Ausbildungseinrichtung zeichnete sich im aktuellen ASM-Wettbewerb durch die engagiertesten und besten Meisterschüler aus. Aus der Donaustadt nahmen zwei Jahrgänge mit knapp 40 angehenden Meistern teil. Klassenlehrer Thomas Psotka und Klassensprecher Thorsten Trunk erhielten von asp-Chefredakteur Frank Schlieben in Frankfurt die Würdigung in Form eines Pokals und eines 1.500 Euro Schecks. Die RBS ist ein technisches Schulzentrum mit den Bereichen Elektro-, Fahrzeug-, Informations- und Metalltechnik und besteht seit über 25 Jahren. Sie bietet den Schülern eine umfassende Vorbereitung auf die Meisterprüfung in allen vier Teilen der Meisterprüfungsordnung sowohl in Voll- als auch in Teilzeitausbildung. Derzeit werden 24 angehende Kfz-Profis in Vollzeit- sowie 14 in Teilzeitunterricht geschult. Zudem haben die Schüler in der Donaustadt die Möglichkeit, sich im Abendkurs zum Servicetechniker ausbilden zu lassen. Im gesamten Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik lehren 26 Trainer, an der Meisterausbildung sind vier technische und sechs wissenschaftliche Lehrkräfte beteiligt. Nach der Herkunft der Schüler befragt, erklärt Abteilungsleiter Jürgen Seubert: „Die Schüler kommen überwiegend aus der Region, das Einzugsgebiet erstreckt sich von Heidenheim im Norden bis Friedrichshafen und dem Allgäu im Süden.“ Neben Motoren- und Bremsenprüfstand, Achsmessstand sowie Datenbustechnik verfügt die Ausbildungsstätte auf dem Ulmer Kuhberg für die Praxiseinheiten über PCs mit den gängigen DMS- und Diagnoseprogrammen Centrodigital, Esitronic und Autodata, die jedem Schüler zur Verfügung stehen.

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