BMW-Niederlassung Darmstadt: Reifenmontage im Kraftanzug

Test mit Exoskeletten: Die BMW-Niederlassung Darmstadt will den Arbeiterrücken in der Reifenwechsel-Saison schonen.
© Foto: BMW

Pilotprojekte für den Einsatz von Exoskeletten in der Autoproduktion gibt es bereits einige. Jetzt startet der erste Test in einer deutschen Kfz-Werkstatt.

Bei der BMW-Niederlassung in Darmstadt hält die Industrie 4.0 Einzug. Das werkseigene Autohaus testet ab sofort den Einsatz von sogenannten Exoskeletten in der Werkstatt. Die intelligenten Kraftanzüge sollen die Mitarbeiter während der Räder-Reifen-Saison körperlich entlasten und langfristig die Mitarbeitergesundheit gewährleisten. Mit dem Pilotprojekt sei man Vorreiter in Deutschland, teilte die Niederlassung mit.

Exo- oder Außenskelette sind Systeme, die menschliche Intelligenz mit maschineller Kraft kombinieren, indem sie die Bewegungen des Trägers unterstützen oder sogar verstärken. Sie dienen nicht dazu, aus Menschen Superhelden zu machen. Vielmehr sollen die Assistenten die körperliche Arbeit erleichtern und überlastungsbedingte Erkrankungen sowie Arbeitsunfälle vermeiden.

Bei dem Test arbeitet die BMW-Niederlassung mit der Firma German Bionic zusammen. Der Robotikspezialist aus Augsburg ist der erste deutsche Hersteller, der Exoskelette für das industrielle Umfeld entwickelt und in Serie fertigt. Parallel wird eines der Systeme im Rahmen eines Laborversuchs unter die Lupe genommen. Partner ist die Universität Siegen, die den Effekt des aktiven Exoskelettes auf die physische Beanspruchung der Mitarbeiter objektiv untersuchen soll.

Wie ein Rucksack

Zum Einsatz in der Werkstatt kommt der Kraftanzug vom Typ "Cray X", der wie ein Rucksack getragen wird. Bei der Arbeit soll das Modell dem Träger im wahrsten Sinne den Rücken stärken. German Bionic hat es speziell für die manuelle Handhabe von Gütern und Werkzeugen konzipiert. Indem es Bewegungen aktiv-assistiv nachahmt und verstärkt, soll der untere Rücken beim Heben aus unergonomischen Positionen um bis zu 25 Kilogramm entlastet werden.

Seit längerem setzen Autobauer auf solche Assistenzsysteme in der Produktion. Beispiel BMW: In der US-Fabrik in Spartanburg werden Werker mit Exoskelett-Westen bei der Überkopf-Montage ergonomisch entlastet. Bei Audi in Neckarsulm lief bereits 2015 ein Pilotprojekt mit dem "Chairless Chair". Dieser Kraftverstärker wird an der Rückseite der Beine getragen und fungiert während der Arbeit wie ein zweites Paar Beine. Bei Bedarf versteift sich die Konstruktion und kann als Stuhl genutzt werden. (rp)

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