Best Practice: Endrohrprüfung 2.0


Datum:
04.09.2018
Autor:
Marcel Schoch

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Michael Lustig, Kfz-Mechanikermeister, betreibt seit 1995 im Münchener Stadtteil Untergiesing die freie Kfz-Meisterwerkstatt "Autoreparatur Michael Lustig". Wie viele seiner Kollegen stand auch er bis vor Kurzem vor der Frage, wie er zukünftig der AU-Endrohr-Prüfpflicht gemäß AU-Abgasrichtlinie 5.01 nachkommen kann. "Ich habe zuerst beim Service meines bisherigen AU-Geräteherstellers angefragt, ob mein Testgerät aufgerüstet werden kann", erzählt Michael Lustig. "Dort musste ich erfahren, dass das aufgrund des Alters des Gerätes nicht mehr möglich ist."

Dem erfahrenen Kfz-Meister blieb daher nichts anderes übrig, als sich auf dem Markt umzusehen. Vor allem Geräte, die bereits heute in der Lage sind, die Stufe 2 der Richtlinie 5.01 zu erfüllen, standen hier in seinem Fokus. Denn hiermit ist die Anpassung der Abgasgrenzwerte für die Trübungsmessung beziehungsweise für die CO-Messung (Grenzwertverschärfung) an allen Kraftfahrzeugen mit Otto- und Dieselmotor der Emissionsklassen Euro 6 ab dem 1.1.2019 möglich. Eine weitere Herausforderung für Werkstätten ist, dass ab dem 1.1.2021 ein Verfahren zur Messung der Partikelanzahl an allen Dieselfahrzeugen eingeführt wird (Stufe 3; siehe Kasten rechts unten). Auch muss das Abgasmessgerät der Genauigkeitsklasse 0 beziehungsweise der Genauigkeitsklasse 0,1m- 1 bei Opazimetern entsprechen.

Gut gerüstet

Michael Lustig ist daher auf das neu von Mahle angebotene Abgasmessgerät Emission Pro 180 gestoßen, da dieses die Anforderungen bereits heute erfüllt. Da seine Werkstatt ein HU/AU-Prüfstützpunkt ist und er hier zukünftig wieder einen reibungslosen Prüfablauf garantieren möchte, hat er mit dem Mahle Area Sales Manager der Mahle Aftermarket GmbH aus Stuttgart, David Richter, einen Termin ausgemacht. Bei dem Vor-Ort-Treffen in der Werkstatt wollte sich der Kfz-Meister das neue Abgasmessgerät erklären lassen. Das Gerät selber wurde bereits einige Tage vorher geliefert, damit sich vor allem die drei Werkstattmitarbeiter hiermit vertraut machen konnten. Das müssen sie auch, denn zum Lieferumfang des neuen Emission Pro 180 gehören jeweils ein Modul zur Abgasmessung von Diesel- beziehungsweise Ottomotoren (Viergastester und Opazimeter), eine Drehzahlerfassungseinheit und ein leistungsfähiges Vehicle Communication Interface mit Bluetooth für das Auslesen des Fehlerspeichers.

Darüber hinaus umfasst das Emission Pro 180 einen komfortablen Kunststoff-Metall-Fahrwagen, der den Drucker, die Tastatur, Maus und 24-Zoll-Monitor aufnimmt. Damit kann das Diagnosegerät mobil und stationär genutzt werden. Auf dem Rechner ist Windows 10 ohne Nutzungseinschränkung vorinstalliert (Open PC-Lösung). Emission Pro 180 bietet so eine anwenderfreundliche Windows-Oberfläche, die es dem Werkstattprofi jederzeit ermöglicht, das Abgastestgerät um eine Software zur Multi-Markendiagnose zu erweitern (diese Software wird von Mahle ab dem vierten Quartal 2018 angeboten). Auch ist eine Diagnose und geführte Fehlersuche so einfach integrierbar. "Die Werkstatt bekommt von uns das Gerät nach ihren Optionen vorinstalliert geliefert", erklärt David Richter von Mahle Aftermarket. "Es ist damit sofort einsatzbereit, wenn man sich mit der selbsterklärenden Menüführung innerhalb kurzer Zeit vertraut gemacht hat." Hierzu trägt auch bei, dass alle Menüpunkte über eine integrierte Bedienungsanleitung, die über ein Fragezeichen-Symbol aktiviert wird, direkt erklärt werden können.

Einfache Installation

Alexander Lustig, Azubi und Sohn von Michael Lustig, war mit Aufbau und Installation des neuen Abgastestgerätes Emsission Pro 180 jedenfalls innerhalb kurzer Zeit fertig. "Es war sehr einfach das Messgerät zu installieren, zumal alles dabei ist, was man benötigt", so Alexander Lustig. "Sogar eine Steckerleiste für den Stromanschluss."

Am Gerät, in speziellen Steckhaltern angebracht, sind die beiden Messgeräte für Otto- und Dieselmotoren. Beim BMU 200 handelt es sich um ein Viergas-Messmodul mit MiD-Zulassung (Messgeräterichtlinie; engl. Measuring Instruments Directive). "Das Gerät hat einen großdimensionierten Wasserabscheider inklusive einem Grob- und Feinfilter", erklärt David Richter. "Damit reduzieren wir die Gefahr, dass bei Motoren der Euro 5- und 6-Abgasnorm das reichlich beim Kaltstart entstehende Kondenswasser die Messsonde zerstört." Auch ist der rund sechs Meter lange Abgassondenschlauch mit Vorfilter meist lang genug, um das Auspuffende zu erreichen - selbst wenn das Messgerät vorne vor der Motorhaube des Fahrzeugs steht.

Das Messmodul DMU 100 für die Messung der Rauchgastrübung hat hingegen eine beheizte Messkammer mit 20 Millimetern Durchmesser. Das Gerät arbeitet nach der Referenzmethode, wobei ein zweites eingetrübtes Glas die Referenz bei der Messung stellt. Die Abgassonde ist dreiteilig und umfasst Aufsätze für Pkw und Lkw. Selbst an ein Messmodul (RMU 300) zur Drehzahlerfassung mit Temperatursensor hat man bei Mahle gedacht. Es kann die Drehzahl über einen Magnetsensor für Vibrationsaufnahme, Oberwelligkeit oder optional über einen Schallsensor aufnehmen. "Es wird dringend bei älteren Fahrzeugen ohne OBD benötigt, um eine korrekte drehzahlabhängige Abgasmessung durchführen zu können", so David Richter.

Zur Verwaltung der Kundendaten kann der interne Rechner verwendet werden. Jedoch kann das Abgasmessgerät auch über ASA-Network oder eine andere Werkstattsoftware an das bestehende Werkstattnetz angeschlossen werden. "Wir richten uns da völlig nach den Wünschen unserer Kunden", sagt David Richter. "Es ist fast alles möglich."

Lohnende Anschaffung

Bei der freien Kfz-Meisterwerkstatt "Autoreparatur Michael Lustig" hat man mit der Anschaffung des neuen AU-Geräts in die Zukunft investiert. "Der höhere Anschaffungspreis macht sich wegen der eingesparten Aufrüstkosten und damit vermiedenen Ausfallzeiten schnell wieder bezahlt", weiß Michael Lustig. "Außerdem steigern wir damit die Kundenzufriedenheit, da AU und HU von uns auch zukünftig aus einer Hand angeboten werden können."

Kurzfassung

Mit der verpflichtenden Einführung der Abgasmessung am Auspuffendrohr soll die Realitätsnähe der Abgasuntersuchung (AU) weiter erhöht und die Mängelquote abgasrelevanter Fehler gering gehalten werden. Aftermarket-Spezialist Mahle bietet hierfür speziell das Abgasmessgerät Emission Pro 180 an. Ein Praxisbericht.

AU-Stufenplan

Änderungen in der AU-Richtlinie anhand eines Stufenplans gemäß Verkehrsblatt Heft 19/2017, Nummer 158 vom 20.09.2017:Stufe 1:Wiedereinführung der obligatorischen Abgasmessung am Auspuffendrohr (Endrohrmessung) an allen Kraftfahrzeugen (Otto, Diesel) ab dem 1.1.2018.Stufe 2:Anpassung der Abgasgrenzwerte für die Trübungsmessung beziehungsweise für die CO-Messung (Grenzwertverschärfung) an allen Kraftfahrzeugen (Otto, Diesel) mit der Emissionsklasse Euro 6/Euro VI ab dem 1.1.2019.Stufe 3:Einführung eines Verfahrens zur Messung der Partikelanzahl an allen Dieselfahrzeugen (Partikelanzahlmessung) ab dem 1.1.2021.

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