Auch HU in der Pflicht: TÜV-Verband will Neustart für Vision Zero

14.04.2026 14:20 Uhr | Lesezeit: 3 min
Hauptuntersuchung HU TÜV SÜD
Beim Thema Vison Zero wird künftig auch die HU eine noch wichtigere Rolle spielen. 
© Foto: TÜV SÜD

Der TÜV-Verband fordert einen Neustart für die Vision Zero: Angesichts stagnierender Unfallzahlen soll das Ziel von null Verkehrstoten gesetzlich verankert und mit umfassenden Maßnahmen bei Infrastruktur, Technik und Verkehrsüberwachung vorangetrieben werden.

Der TÜV-Verband fordert einen politischen Neustart zur Umsetzung der sogenannten Vision Zero, also dem engagierten Ziel, die Zahl der Verkehrstoten langfristig auf null zu senken, sprich zu vermeiden. Deutschland verzeichne seit Jahren kaum Fortschritte bei der Verkehrssicherheit. Im Jahr 2025 sei die Zahl der Verkehrstoten sogar seit langem wieder leicht auf 2.814 gestiegen, während die Zahl der Verletzten mit rund 366.000 nahezu unverändert geblieben sei. Damit liege Deutschland deutlich hinter dem Ziel zurück, die Zahl der Getöteten bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.

Vision Zero gesetzlich verankern

Der Verband spricht sich dafür aus, die Vision Zero rechtlich verbindlich im Straßenverkehrsgesetz zu verankern, sodass Verkehrssicherheit stärker als bisher als Maßstab für Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung dient. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit seien umfassende Maßnahmen notwendig.

Dazu zählen unter anderem eine sicherere Gestaltung von Infrastruktur wie Kreuzungen und Landstraßen, eine gezieltere Nutzung von Tempolimits, Verbesserungen bei der Fahrzeugtechnik sowie eine stärkere Förderung der Fahrkompetenz. Auch die Weiterentwicklung der Hauptuntersuchung im Hinblick auf moderne Fahrzeugsysteme wird gefordert.

Darüber hinaus plädiert der Verband für strengere Regeln im Umgang mit Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, eine frühere und konsequentere Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung sowie eine intensivere Nutzung von Verkehrsdaten zur Identifikation von Gefahrenstellen. Ergänzend wird eine stärkere Verkehrsüberwachung sowie eine systematische Mobilitätsbildung über alle Altersgruppen hinweg empfohlen.

Die Empfehlungen des TÜV-Verbands im Überblick:

  • Fehlerverzeihende Infrastruktur: Kreuzungen, Schulwege und Querungen müssen systematisch sicherer gestaltet werden. Die Rad-, Fuß- und Mikromobilität muss dabei mitgedacht werden.
  • Landstraßen sicherer machen: Als gefährlichste Straßen Deutschlands brauchen Landstraßen den Safe System Approach, der Menschliche Fehler berücksichtigt, konsequentere Geschwindigkeitsüberwachung und regelmäßige Verkehrssicherheitsaudits.
  • Temporegulierung zielgerecht nutzen: Geschwindigkeitsbeschränkungen innerorts und auf Landstraßen – nicht nur durch Beschilderung, sondern durch Verkehrsraumgestaltung.
  • Technikkompetenz stärken: Assistenz- und Automationsfunktionen erhöhen die Sicherheit nur, wenn Fahrende sie verstehen und korrekt nutzen. Kompetenz muss gefördert, Überforderung vermieden werden.
  • Hauptuntersuchung weiterentwickeln: Die HU muss an automatisierte und softwarebasierte Systeme angepasst werden, mit risikoorientierten Prüfintervallen – besonders für ältere Fahrzeuge.
  • MPU als Präventionsinstrument stärken: Früheres und konsequenteres Anordnen der MPU, unter anderem durch Absenkung der Alkohol-Anordnungsgrenze auf 1,1 Promille sowie einheitliche Regelungen bei Drogen und extremen Geschwindigkeitsverstößen.
  • Absolutes Alkoholverbot und Null-Toleranz bei Drogen: Für alle Verkehrsteilnehmenden – einschließlich Rad- und Pedelec-Fahrende.
  • Daten gezielt nutzen: Verkehrsdaten helfen, Gefahrenstellen präziser zu erkennen, Maßnahmen zu priorisieren und ihre Wirkung zu belegen.
  • Lebenslanges Lernen: Systematische Mobilitätsbildung von der Grundschule bis ins hohe Alter – unterstützt durch KI-gestützte Lernangebote, Simulationen und zielgruppengerechte Formate.
  • Mehr polizeiliche Kontrolle: Ohne konsequente Überwachung verlieren Verkehrsregeln ihre verhaltenssteuernde Wirkung – der TÜV-Verband fordert eine deutliche Ausweitung der Verkehrsüberwachung.

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