Alte Getriebeölwannen landen bislang als kontaminierter Abfall in der Entsorgung. ZF hat gemeinsam mit BASF und Mercedes-Benz nun gezeigt, wie sich der darin enthaltene Kunststoff für ein neues Fahrzeugbauteil nutzen lässt. Der Polymeranteil besteht vollständig aus Rezyklat.
Konkret geht es um Getriebeölwannen aus Fahrzeugen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Statt die sogenannten End-of-Life-Komponenten (EoL) lediglich zu entsorgen, wurden sie von BASF aufbereitet und anschließend für einen neuen Einsatzzweck verwendet.
Kunststoff wird in seine Ausgangsbausteine zerlegt
Dafür setzte BASF auf die Depolymerisierung. Dabei wurde das Polyamid 6 (PA6) aus den gebrauchten Bauteilen in seine Ausgangsbausteine zerlegt, anschließend aufgereinigt und wieder zu einem hochwertigen Kunststoffmaterial verarbeitet.
Das Ergebnis soll zeigen, wie sich Material aus ehemaligen Fahrzeugkomponenten erneut im Automobilbau einsetzen lässt. Aus dem Kunststoff der Getriebeölwannen entstand Material für ein Bauteil zur Anbindung des Stabilisators an das Fahrwerk.
ZF testet recyceltes Material
Die Wahl des Materialsystems und des Demonstratorbauteils erfolgte gemeinsam im ZF-Kunststofftechnologiezentrum in Dielingen. Dort fanden auch vergleichende Fertigungsversuche statt.
Dabei stellte ZF das aufbereitete Material dem standardmäßig eingesetzten BASF-Werkstoff gegenüber und testete beide Varianten an Probekörpern. Die seriennahe Erprobung an der Stabilisator-Anbindung erfolgte für Mercedes-Benz.
Materialica Award für das Recyclingprojekt
Für die Forschungsarbeit hat der Automobilzulieferer nun den "Materialica Award 2026" erhalten. Das Projekt wurde in der Kategorie CO2-Effizienz ausgezeichnet.