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Steuergerät von Glühkerzen: Vernachlässigtes Bauteil

Eine defekte Steuereinheit von Glühkerzen wird gerne bei Inspektionen von Fahrzeugen vernachlässigt.
© Foto: Champion

Die Steuergeräte von Glühkerzen werden beim Service von Dieselfahrzeugen oft vernachlässigt. Ein Experte erläutert, wie man eine defekte Steuereinheit erkennt und welche Folgen ein Defekt haben kann.


Datum:
17.07.2019
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Steuergeräte für Glühkerzen machen den Start von Dieselmotoren bei kühlen Temperaturen überhaupt erst möglich. Dabei handelt es sich um ein oft vergessenes Bauteil, das am besten nach 60.000 km erneuert werden sollte, rät Alexis Goslin, Director Maintenance Products, Power Tech Solutions, EMEA Aftermarket.

Die Steuereinheit der Glühkerzen überwacht die Umgebungsbedingungen, die eine optimale Kompressionstemperatur für den Kaltstart sicherstellen. Wenn diese Bedingungen nicht gegeben sind, kann es zu erhöhten Abgasemissionen kommen. Störungen in der Steuereinheit haben ähnliche Folgen wie defekte Glühkerzen – Fehlzündungen, Leistungsabfall und steigender Kraftstoffverbrauch – und können dazu führen, dass der Motor nicht mehr startet.

"Wenn das Fahrzeug beim Kaltstart schlecht anspringt und die aus dem Auspuff kommenden Abgase sichtbar sind, ist der erste Gedanke, die Glühkerzen auszutauschen – und der zweite, die Einspritzdüsen zu überprüfen oder auszuwechseln. Dabei wird aber selten berücksichtigt, dass der Fehler auch in der Steuereinheit liegen kann. Wenn sie nicht einwandfrei arbeitet, kann das nicht nur zu schlechtem Kaltstartverhalten führen, sondern auch zu vorzeitigem Verschleiß der Glühkerzen", so Goslin.

Nach Angaben von Goslin sind die neuesten Generationen von Glühkerzen-Steuergeräten mit Mikroprozessoren ausgestattet, die diverse Eingangssignale der Motorsteuerung analysieren und auf dieser Basis die Funktion der Glühkerzen steuern. Aus den Signalen wird ermittelt, wann die Einheit Strom bereitstellt, in welcher Menge und für welche Zeiträume. Dabei sind unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen. Dazu gehören das Vorwärmen des Motors, die Stand-by-Zeit, während der die Maschine gestartet werden soll, und auch die Nachglühzeit bei schon laufendem Motor. Ein nicht ganz perfektes Erkennen und Analysieren der Eingangsdaten kann zu schlechtem Startverhalten und unruhigem Motorlauf führen.

Weiß gefärbte Abgase und geringere Motorleistung

Zu den Anzeichen für defekte Glühkerzen oder eine defekte Steuereinheit gehören weiß gefärbte Abgase, die durch den Eintritt von Dieselkraftstoff in den Auspuff verursacht werden sowie Startschwierigkeiten und verringerte Motorleistung aufgrund von unzureichender Verbrennung.

Die Symptome bei defekten Glühkerzen und Steuereinheiten sind identisch. Laut Goslin gibt es aber einfache Tests, die Ursache für Unregelmäßigkeiten zu bestimmen: "Am besten ist es, zunächst die Funktion der Glühkerzen zu testen. Dazu verbindet man eine Zwölf-Volt-Prüflampe mit dem Pluspol der Batterie, trennt den Stecker von jeder Glühkerze und hält den Fühler der Prüfllampe an den Stecker. Für diese Aufgabe gibt es auch professionelle Testsysteme, die noch einfacher funktionieren."

Wenn man die Kerzen einmal prüft, sollte man – so Goslin – auch die Stärke der Batteriespannung an den Kerzen messen: Wenn sie nur ein halbes Volt unterhalb von zwölf Volt liegt, ist es Zeit für einen Austausch. "Wir empfehlen in den meisten Fällen, die Glühkerzen nach 60.000 Kilometern zu wechseln."  

Bei der Auswahl von Austauschkerzen und -steuerungen empfiehlt Goslin unbedingt die Entscheidung für Komponenten in Erstausrüsterqualität: "Zündungsbauteile in minderer Qualität können sowohl die Motorleistung reduzieren als auch die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs beeinträchtigen. Zum Beispiel gibt es minderwertige Glühkerzen, die sich im Gebrauch ausdehnen, was einen späteren Austausch erheblich erschwert. Im schlimmsten Fall bricht ihre Spitze ab und gelangt in den Verbrennungsraum, was zu schweren Schäden an Kolben oder Zylinderkopf führen kann." (tm)

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