Das Problem
Ulrich Wriessnegger, Kfz-Meister aus Bärndorf in Kärnten und seit mehr als sechs Jahren Mitglied sowie aktiver Problemlöser der FabuCar-Pro-Community, steht bei einem Ford Focus IV 1.5 EcoBlue vor einem kuriosen Problem: Der Diesel mit 111.000 Kilometern auf dem Tacho macht zwischen etwa 2.000 und 3.500 Umdrehungen auffällige Geräusche im Innenraum. Die Kundin berichtet zusätzlich davon, dass während der Fahrt bereits einmal die Öldruckkontrollleuchte aufgeleuchtet hat. Ein Blick auf den tatsächlichen Öldruck bringt allerdings zunächst keine Erklärung. Im Leerlauf liegen 2,7 bar an, bei erhöhter Drehzahl werden 4,2 bar gemessen. Ölverlust ist ebenfalls nicht festzustellen und auch im Fehlerspeicher findet sich kein Eintrag.
Damit bleibt vor allem das ungewöhnliche Geräusch als Ansatzpunkt für die weitere Diagnose. Doch genau hier wird der Fall interessant: Denn die Ursache liegt nicht dort, wo man sie bei einem solchen Symptom zunächst vermuten würde. Wriessnegger wendet sich zunächst an die FabuCar-Pro-Community, um bei der Fehlersuche von dem Wissen der Kfz-Profis zu profitieren.
Die Lösung
Weniger als eine Stunde nach der Veröffentlichung des Problems meldet sich Alexander Wolf zu Wort. Der Kfz-Servicetechniker aus Groß Nordende in Schleswig-Holstein ist seit rund sechs Jahren Mitglied der FabuCar-Pro-Community, ausgewiesener Ford-Spezialist und mehrfach ausgezeichneter Top-User. Er erkennt das Fehlerbild sofort und liefert einen konkreten Hinweis aus der Praxis. "Hallo Ulrich, das Geräusch-Problem kenne ich. An den Heizungsschläuchen muss ein Kabelbinder angebracht werden, dort wo sie in die Spritzwand gehen. Dann können sie nicht mehr schwingen. Und außerdem muss ein spezieller C-Clip als Abstandhalter dazwischen gebaut und angebracht werden. Dazu gibt es auch einen technischen Hinweis von Ford."
Der Hinweis führt die Diagnose weg von Motor und Öldrucksystem und direkt in Richtung Heizungsanlage. Die Heizungsschläuche können durch die Motorschwingungen in Bewegung geraten und diese Schwingungen in den Innenraum übertragen. Zusammen mit dem Wärmetauscher entsteht dadurch ein Geräusch, das zunächst deutlich schwerwiegendere Ursachen vermuten lässt.
Wriessnegger setzt den Hinweis um und erhält unmittelbar die Bestätigung. Das störende Geräusch ist verschwunden. "Danke Dir! Die Geräusche sind weg, anscheinend wird durch die Motorschwingungen der Wärmetauscher im Innenraum so aufgeschaukelt, dass dieser so einen Lärm macht. Da hätten wir uns zu Tode gesucht!" Die Anzeige der Öldruckkontrollleuchte war offenbar nur ein temporärer Fehler, der in die Irre geleitet hat.
Der Fall zeigt, dass ungewöhnliche Geräusche nicht immer dort entstehen, wo sie wahrgenommen werden.