Bosch erprobt sein neues Brennstoffzellensystem erstmals im regulären Busbetrieb. Ein mit der Technik ausgerüstetes Modell des spanischen Herstellers Irizar soll mehrere Wochen lang Passagiere im Großraum Madrid befördern. Betreiber des Testbusses ist das Verkehrsunternehmen Alsa.
Zum Einsatz kommt ein "Fuel Cell Power"-Modul mit zwei horizontal angeordneten Brennstoffzellen-Stacks und einer Dauerleistung von 190 kW / 258 PS. Mit den Wasserstofftanks des Busses soll eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern möglich sein. Das Betanken dauert laut Bosch zehn bis 15 Minuten. Vorgesehen ist das Fahrzeug vor allem für längere Stadt- und Überlandstrecken, auf denen unterwegs nur eingeschränkte Lademöglichkeiten bestehen.
Vor dem Fahrgastbetrieb absolvierte der Bus bereits Erprobungs- und Zulassungsfahrten. Der nun gestartete Alltagstest soll unter anderem die Zuverlässigkeit und Belastbarkeit des Antriebssystems nachweisen. Neben dem 190-kW-System hat der Zulieferer ein 100-kW-System für Stadtbusse sowie ein 300-kW-Modul für schwere Reisebusse und Lastwagen im Angebot.
Neben Batterie-Elektroantrieb gilt die Brennstoffzelle als wichtige Option zur Verbesserung der Klimabilanz im ÖPNV. Die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse müssen bis 2030 um 90 Prozent gegenüber 2019 sinken.