E-Scooter boomen – kein anderer Markt für elektrische Fahrzeuge wuchs zuletzt so stark wie der für die flinken Roller mit Batterieantrieb. Doch was passiert mit den Vehikeln, wenn der Akku oder andere Antriebsteile kaputt gehen? Oft wandern die Fahrzeuge dann in den Müll, was wenig umweltfreundlich ist. In E-Scootern sind wie auch in E-Autos oder E-Bikes oft Lithium-Ionen-Batterien montiert, in denen wertvolle Rohstoffe stecken – neben Lithium etwa Kobalt, Kupfer, Nickel und Aluminium.
Lösen will dieses Problem jetzt der Automobilzulieferer Valeo. Die Franzosen haben sich mit dem Batteriespezialisten VoltR zusammengetan, um defekte Akkus aus E-Scootern, E-Bikes und anderen Elektro-Kleinfahrzeugen zu reparieren, und das im großen Stil. Aktuell setze man in Frankreich bereits hunderte Antriebe pro Monat instand, die große E-Fahrzeug-Flottenbetreiber in Reparatur gäben, erklärten die beiden Unternehmen. Nun wolle man den Service auch auf andere europäische Länder wie Deutschland ausweiten.
Reparatur: Autoglas-Forschung
Ihr Prinzip des Remanufacturing stellten Valeo und VoltR bei der Micromobility in Berlin vor, einer internationalen Messe für E-Bikes, Lastenräder, vernetzte Flotten und andere Konzepte für urbane Mobilität. E-Scooter spielen hier eine tragende Rolle, ihre Zahl wächst schnell. Eine Million Scooter zählte der Gesamtverband der Versicherer (GDV) zuletzt auf deutschen Straßen, wobei die Zahl der privaten Scooter, aber auch die von Sharing-Anbietern wie Lime oder Bolt, stark zulegte. Zwar haben die elektrischen Roller im Betrieb eine deutlich bessere Umweltbilanz als etwa ein Verbrennerauto. Doch weil die Scooter oft kurzlebig und schlecht reparierbar sind, werden sie auch als wenig ökologische Wegwerfprodukte kritisiert.
Valeo und VoltR wollen die E-Scooter, aber auch andere E-Leichtfahrzeuge nun nachhaltiger machen, indem sie defekte Fahrzeuge reparieren. Geht etwa die Antriebsbatterie kaputt, können die Experten diese elektronisch auslesen, defekte Bereiche analysieren und den Akku erneuern. So könne wieder ein Gesundheitszustand der Batterie von 90 bis 95 Prozent erreicht werden. Auch brüchige Kabel oder ein defektes Batteriemanagement seien kein Grund, den ganzen Akku zu entsorgen, man könne diese Komponenten auch reparieren.
Neben der Nachhaltigkeit soll sich das Reparaturkonzept für E-Bike- und -Scooter-Besitzer, gerade für die großen Flottenbetreiber, vor allem finanziell lohnen. Laut Valeo und VoltR soll das Remanufacturing um 30 bis 50 Prozent günstiger sein als ein Neufahrzeug zu kaufen.