Der saisonale Reifenwechsel wird durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos anspruchsvoller. Viele E-Fahrzeuge wiegen aufgrund ihrer Batteriepakete zwischen zwei und zweieinhalb Tonnen. Damit stellen sie ähnliche Anforderungen wie große SUVs. Nach Einschätzung von Euromaster steigt dadurch das Risiko für Fehler beim Radwechsel in der heimischen Garage. Der sichere Weg ist daher ein Termin in der Fachwerkstatt.
Falscher Wagenheber, und Vorsicht beim Unterbau
Eine häufige Fehlerquelle ist die Verwendung ungeeigneter Hebetechnik. Nicht jeder Wagenheber ist für das Gewicht moderner Elektrofahrzeuge ausgelegt. Wird die zulässige Belastungsgrenze überschritten, kann dies zu Sicherheitsrisiken führen, warnt Euromaster. Hinzu kommt, dass E-Fahrzeuge nur an den vom Hersteller vorgesehenen Hebepunkten angehoben werden dürfen. Besondere Vorsicht ist beim Ansetzen von Wagenhebern geboten. Werden die vorgesehenen Aufnahmepunkte nicht eingehalten, können Unterboden, Schweller oder im schlimmsten Fall auch die Hochvoltbatterie beschädigt werden. Je nach Fahrzeugmodell sind dafür spezielle Adapter oder Auflagen erforderlich.
Reifen werden stärker belastet
Das hohe Fahrzeuggewicht und das sofort verfügbare Drehmoment eines Elektromotors wirken sich auch auf den Reifenverschleiß aus. Auffällige Abnutzungen oder sogenannte Sägezahnbildung können Hinweise auf Probleme an Fahrwerk oder Achsgeometrie sein. Werkstätten empfehlen deshalb, den Zustand der Reifen beim Wechsel genau zu prüfen.
Unabhängig von der Antriebsart müssen Radschrauben stets mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Zu fest oder zu locker angezogene Schrauben können die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Wichtig ist außerdem die Kontrolle des Reifendrucks. Gerade bei Elektrofahrzeugen kann ein zu niedriger Luftdruck den Energieverbrauch erhöhen und die Reichweite reduzieren.
Reifendruckkontrollsystem nicht vergessen
Viele moderne Fahrzeuge verfügen über Reifendruckkontrollsysteme (RDKS). Nach dem Radwechsel müssen die Sensoren je nach Modell geprüft oder neu angelernt werden. In Fachwerkstätten gehört dieser Schritt inzwischen zum Standardprozess bei der saisonalen Umrüstung.