autop Masterlift 4.35 Synchro
Häufig sind unter dem Werkstattboden Hindernisse verborgen, welche den Einbau einer Standardbühne mit Joch vereiteln. Für solche Fälle bietet autop den neuen Masterlift Synchro an, der elektronisch gesteuert wird.
Unterflurbühnen gehören im Werkstattbereich längst zur Königsklasse, denn sie verbinden nicht nur robuste Technik mit ansprechender Optik, sondern sparen auch Platz in der Werkstatt. Autop Maschinenbau aus Rheine kann inzwischen auf eine 60-jährige Tradition im Bereich Unterflurtechnik zurück- blicken und hat diesen Bühnentyp konstruktiv und qualitativ perfektioniert.
Das jüngste Produkt aus Rheine ist der autop Masterlift 4.35 Synchro. Dabei handelt es sich um eine zweigeteilte Unterflurbühne für spezielle Anwendungsfälle.
Unterflur-Problemlöser
Das klassische Konstruktionsprinzip für Unterflurbühnen sieht vor, dass die beiden Stempel in einer gemeinsamen Kassette verbaut werden und über ein Joch in Verbindung stehen. So ist gewährleistet, dass die Bühne bei Druckabfall in einem Hydraulikkreis nicht einseitig absacken kann. Diese Kassetten werden bei nicht unterkellerten Werkstätten direkt in das Erdreich eingelassen. Ist die Werkstatt unterkellert, so wird die Kassette in die Decke gehängt und je nach Konstruktion zusätzlich von unten abgestützt. Doch solche idealen Einbauverhältnisse sind nicht immer anzutreffen. Wenn zum Beispiel unter dem Werkstattboden Träger, Fundamentteile, Leitungskanäle oder Wände verlaufen, würde das den Einbau einer klassischen Unterflurbühne vereiteln. Auch wenn in bergigen Gegenden Unterflurbühnen in massiven Felsuntergrund eingebaut werden müssen, wird die Installation aufwändig. Selbst die Installation einer Hebebühne über einer Grube ist kaum denkbar. Die neue Unterflurbühne autop Masterlift 4.35 Synchro umgeht diese Probleme grundlegend. Statt die beiden Stempel in einer Kassette zu führen, verwendet autop bei seinem neuen Modell zwei Doppelstempel, die jeweils in eigenen Kernlochbohrungen mit 400 mm oder ensprechend dimensionierten KG-Rohren (Kanalgrundrohren) verbaut werden. Die Synchronisation zwischen den beiden Doppelstempeln erfolgt rein elektronisch. So sind die Hydraulikstempel magnetisch markiert, so dass Sensoren jederzeit ihre exakte Höhenposition erfassen können (SPS-Steuerung). Über Kabel sind diese Sensoren mit der Steuerungselektronik der Bühne verbunden. Weil auf beiden Seiten Doppelstempel mit getrenntem Hydraulikkreislauf zum Einsatz kommen, kann bei Ausfall eines Hydraulikkreises die Bühne auch ohne die Jochverbindung nicht einseitig absacken.
Der Vorteil des Masterlift 4.35 Synchro liegt in der variablen Montage. So lassen sich die beiden Doppelstempel mit fast beliebigem Abstand zueinander montieren. Auf diese Weise kann beim Einbau auf Hindernisse unter dem Werkstattboden Rücksicht genommen werden. Sondereinbauten verlieren so ihren Schrecken, denn die Bühne wird individuell der Einbausituation angepasst. Wenn die Stempel etwas enger oder etwas weiter voneinander entfernt stehen, als es in Standardlösungen vorgesehen ist, verändert sich die Aufnahmematrix bzw. der Abstand der Flachträger. Doch diese Auswirkungen sind angesichts der Möglichkeit eine komplexe Einbausituation überhaupt realisieren und elegant lösen zu können, vernachlässigbar. Im Alltagsbetrieb weist später nichts auf die komplizierte Einbausituation hin.
Bewährte Technik neu kombiniert
Doppelstempel setzt autop bereits seit einigen Jahren beim Modell Biglift ein. Diese Bauweise bietet gegenüber Unterflurbühnen mit nur zwei Stempeln einige Vorteile. So verleihen die Doppelstempel der Bühne eine wesentlich höhere Steifigkeit, wodurch die Hebebühne auch voll beladen im angehobenen Zustand kaum schwingt. Zur Schwingungsdämpfung trägt auch bei, dass die Stempel durch ihre Anordnung verdrehsicher sind. Gleichzeitig lässt sich dieser Bühnentyp mit den bekannten autop-Lastaufnahmen Pv Premium (Flachträger), Saa 230 (Tragarme), Sav 230 (längsverstellbare Aufnahme) und Saav 235 (verschiebbare Tragarme) mit einer Tragkraft bis zu 3,5 Tonnen kom-binieren. Damit ist diese Bühne sowohl für große Personenwagen wie leichte Nutzfahrzeuge und Transporter geeignet.
Eine Idee löst Probleme
Die zum Teil komplexe Einbausituation für Unterflurbühnen durch den Wegfall des Jochs zu erleichtern, wird bei autop schon seit einigen Jahren realisiert. Schließlich sollte der Werbeslogan „Unterflur geht immer“ auch umgesetzt werden. So wurde im Frühjahr 1997 auf der IHM in München der autop Masterlift SW (System Weinmann) vorgestellt. Diese auf Anregung des autop-Händlers Weinmann Werkstatt-Technik in Chieming realisierte Unterflurbühne kam ebenfalls ohne ein Joch aus. Stattdessen wurden die Kräfte zwischen den beiden Stempeln über ein Stahlseil übertragen. Bei Ausfall eines der beiden Hydraulik-Systeme wurd das Absacken der betroffenen Seite ebenfalls über die Seile verhindert. Diese Stahlseile wurden im Fliesenspiegel geführt und über Umlenkrollen geleitet. Mit der Einführung des neuen autop Materlift Synchro wird das System mit den Stahlseilen abgelöst.
Werkstätten sind in erster Linie Funktionseinheiten, welche möglichst so gestaltet und eingerichtet sein sollten, dass alle Arbeiten darin optimal durchgeführt werden können. Weil die Werkstatt zugleich häufig die Visitenkarte eines Betriebs ist, spielt auch die optische Gestaltung eine Rolle. Unterflurbühnen sind daher in anspruchsvoll eingerichteten Werkstätten längst Standard. Über die lange Nutzungsdauer und die Platzersparnis amortisieren sich Unterflurbühnen. Und auch der Mehrpreis einer Masterlift Synchro gegenüber dem Basismodell ist letztlich ein Rechenexempel. Ohne den Einsatz dieser speziellen Bühne würde unweigerlich Platz und damit Werkstattkapazität verschenkt. Nicht jede Werkstatt bringt die perfekten Eigenschaften für den Einbau von Unterflurtechnik mit, doch mit modernen Konstruktionen wie dem autop Masterlift Synchro lässt sich das kompensieren.
Der Einbau von Unterflurtechnik sollte übrigens Spezialisten überlassen werden. Während bei Neubauten die Bohrungen oder Kassetten bereits im Laufe der Bauphase in den Boden eingelassen werden, ist die Situation bei nachträglichen Einbauten komplexer. Oft muss in bestehenden Werkstätten der Boden aufgestemmt und das Erdreich ausgehoben werden. Als einer von wenigen Hebetechnik-Herstellern verfügt autop über einen eigenen, bestens ausgerüsteten Bautrupp, welcher solche Montagearbeiten ausführt. Mit einer Diamantsäge wird dabei der Boden aufgesägt, der Untergrund ausgehoben und danach die Kassette oder im Fall des Masterlift Synchro die KG-Rohre im Boden montiert. Anschließend wird die Hydrauliktechnik verbaut und angeschlossen. So lässt sich eine komplette Werkstatt binnen weniger Tage zum Beispiel von Überflur- auf Unterflurtechnik umstellen. Bernd Reich