Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments (EP) Guido Sacconi hat eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen bis 2020 auf mindestens 95 Gramm pro Kilometer gefordert. Dies meldete die Financial Times Deutschland (FTD) am Mittwoch. Sacconi ist in dieser Debatte als Berichterstatter im Umweltausschuss des EP sehr einflussreich. Sollte die Forderung umgesetzt werden und Eingang in europäisches Recht finden, dann stünden Oberklasse-Hersteller, wie Mercedes oder BMW vor großen Herausforderungen. "Die Pkw-Industrie hätte fast zwei Produktionszyklen Zeit, Autos zu entwickeln, die diese Vorgabe einhalten", hält Sacconi in der FTD dagegen. In deutschen Branchenkreisen hieß es, diese Vorgabe sei mit den derzeit verfügbaren Technologien nicht durchführbar, schreibt das Blatt. Ganz unabhängig von technologischen Schwierigkeiten muss der Vorstoß auch die politischen Hindernisse überwinden: Die Einigkeit der EU-Parlamentarier vorausgesetzt, müsste der geänderte Gesetzesentwurf noch eine Mehrheit in Kommission und unter den Mitgliedstaaten finden. Dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich, ist eine weitere Reduzierung doch vielerorts umstritten. Darüber hinaus ist sich das EP alles andere als einig: "Mit diesem Vorschlag findet Sacconi im Plenum keine Mehrheit", sagte etwa der CDU-Parlamentarier Werner Langen der FTD. (msh)
Umweltdebatte: EU-Parlamentarier fordert weitere Reduzierung des CO2-Ausstoßes
Der EU-Abgeordnete Guido Sacconi verlangt, dass Neuwagen im Jahr 2020 nur noch durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Als Berichterstatter im Umweltausschuss hat seine Stimme großes Gewicht.