TÜV-Verband: E-Mobilität stärker fördern

Der TÜV-Verband fordert unter anderem einen massiven Ausbau der Lade-Infrastruktur.
© Foto: Jan Woitas / ZB / picture-alliance

Auch wenn Neuzulassungen und Marktanteil steigen: Der VdTÜV fordert von der Bundesregierung zusätzliche Anstrengungen, um der Elektromobilität zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.

Die Elektromobilität schreitet zwar voran, doch dem Verband der TÜV (VdTÜV) geht das nicht schnell genug. Darum fordert die Organisation nun von der Bundesregierung zusätzliche Anstrengungen bei der Förderung der Stromfahrzeuge. Stärkere Anreize für die Anschaffung eines E-Autos, ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur in Kombination mit einer besseren Aufklärung über die bereits heute möglichen Reichweiten sowie höhere Sicherheitsstandards seien notwendig, um der E-Mobilität den entscheidenden Schub zu geben.

"Die Elektromobilität sollte ab sofort an erster Stelle stehen, um möglichst schnell ein nachhaltiges, bedarfsgerechtes und bezahlbares Verkehrssystem aufzubauen", sagte Jannis Dörhöfer, New Mobility Experte beim TÜV-Verband (VdTÜV), am Montag in Berlin. Der Individualverkehr müsse CO2-neutral werden, wenn man die Klimaschutzziele erreichen wolle.

Parallel dazu muss laut Dörhöfer die Sicherheit der Elektromobilität weiter verbessert werden, um die Akzeptanz für die neue Technologie nicht zu gefährden. Aus Sicht des TÜV-Verbands sollten Prüforganisationen einen besseren Zugang zu sicherheitskritischen Fahrzeugdaten erhalten, die öffentliche Ladeinfrastruktur von unabhängigen Stellen regelmäßig geprüft und die elektromagnetische Verträglichkeit von E-Fahrzeugen stärker berücksichtigt werden. Für die technische Sicherheit von Wasserstofffahrzeugen seien eigenständige Rechtsvorschriften notwendig, um etwa die Dichtheit des Systems analog zu Gasfahrzeugen prüfen zu können.

Keine Option sind für den Verband strombasierte Kraftstoffe. Die sogenannten "E-Fuels" hätten für den Pkw-Sektor nur sehr geringes Potenzial für Umweltverbesserungen, hieß es. (AH)

Zu dem Thema hat der VdTÜV das Positionspapier "Elektromobilität mit Akzeptanz und ohne Verzicht – Individualverkehr klimaneutral gestalten" veröffentlicht. Es ist ab sofort auf der Website des Verbands abrufbar.

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KOMMENTARE


Mario Kuhn

03.08.2020 - 00:00 Uhr

Wann wird endlich einmal ehrlich über die E-Mobilität berichtet - samt ihrer Folgen? Kinderarbeit für die Akkus (auch wenn versichert wird, dass nur zensiert Minen in Betracht gezogen werden - Stromerzeugung bei den wenigsten über Sonnenstrom - Entsorgung, usw. Wie schaut es aus, wenn so ein E-Fahrzeug zuhause in der Garage oder im Hof steht und anfängt zu brennen! Dann ist nicht nur das Auto Schrott (wäre auch bei Verbrennen meist so) allerdings läßt sich ein E-Auto nicht so leicht löschen (meist beträgt die Brenndauer bei Vollbrand mehrere Tage!!!), hätte zur Folge, dass das Haus dann ebenfalls abbrennt. Springen da die Versicherungen ein? Wenn ja welche? Wie schaut es bei Nicht-Eigenheim Besitzern aus? Wo laden die Ihr Fahrzeug? E-Mobilität ist und bleibt eine Sackgasse! Leider werden für diese Sackgasse unsere Steuergelder verschwendet! Bis ein E-Fahrzeug die Abgaseinsparungen reingefahren hat, kann selbst ein schmutziger Diesel weit über 100000 km fahren! Also ist dies auf keinen Fall eine Alternative! Außerdem freue ich mich schon auf den Tag, an dem nach einem Stau im Winter ein E-Fahrer angekrochen kommt, und frägt, ob er nicht in das warme Dieselfahrzeug kommen dürfe. Bin gespannt, wieviel Leute sich noch hinters Licht führen lassen!


Anonym

03.08.2020 - 22:44 Uhr

Elektromobilität wird zurzeit mehr oder weniger einseitig gefördert. Was liefert denn eine weitere höhere Förderung der Elektromobilität - wie vom VDTÜV bzw. Herrn Dörhöfer gefordert - bei Betrachtung der tatsächlich relevanten Aspekte, (u. a. Strommix 2020, voraussichtlicher Strommix 2030, Gradle-to-Grave-Betrachtung und nicht Tank-to-Wheel-Betrachtung)? Warum setzt sich der VDTÜV nicht für den Ausbau und die Förderung von Biokraftstoffen ein? E-Fuels sind auch klimaschonend. Will der VDTÜV tatsächlich einen CO2-neutralen Individualverkehr, dann muss er eine technologieoffene Förderung einfordern. Offensichtlich steckt eine andere Intention dahinter: "[…] die Sicherheit der Elektromobilität weiter verbessert werden, um die Akzeptanz für die neue Technologie nicht zu gefährden. Aus Sicht des TÜV-Verbands sollten Prüforganisationen einen besseren Zugang zu sicherheitskritischen Fahrzeugdaten erhalten." Es werden nach meiner Einschätzung n vom VDTÜV lediglich neue Geschäftsmodelle gesucht. Der korrekte Titel dieses Beitrags sollte daher ehrlicherweise "VDTÜV-Verband: TÜV's stärker fördern" lauten. Was wir tatsächlich brauchen ist objektiver Sachverstand ohne ideologische Gesinnungen...


V. Kähler

05.08.2020 - 12:30 Uhr

Hallo, der Beitrag überrascht mich doch sehr. Unter Fachleuten herrscht doch grundsätzlich Konsens, dass zur Erreichung der Klimaziele, die Treibhausgasemissionen für den Verkehrssektor in Deutschland bis 2030 um 40 bis 42 % zu senken, nur dann gelingen kann, wenn kraftstoffseitige Maßnahmen (insbesondere Erhöhung der Anteile von Biokraftstoffen und möglichst CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen) umgesetzt werden. Die Auffassung: "Die sogenannten "E-Fuels" hätten für den Pkw-Sektor nur sehr geringes Potenzial für Umweltverbesserungen, hieß es." ist mehr als diskussionswürdig...


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