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Trotz sinkender Ölpreise: Sprit bleibt teuer

Der Ölpreis sinkt, der Spritpreis nicht - das sorgt für Kritik.
© Foto: Sandor Jackal/Fotolia

Der Ölpreis ist fast wieder zurück auf dem Niveau vor Kriegsbeginn. An den Tankstellen gibt es dagegen weiter Rekordpreise. Das sorgt für Kritik an den Mineralölkonzernen.


Datum:
15.03.2022
Autor:
dpa
Lesezeit: 
5 min
2 Kommentare

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Die trotz sinkender Ölpreise weiter extrem hohen Spritpreise sorgen für Kritik an den Mineralölkonzernen. "Mein Eindruck ist, dass ein paar Ölmultis gerade den großen Reibach machen", schrieb der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) am Dienstag auf Twitter. Vielen Autofahrern dürfte er damit aus der Seele sprechen, denn während Rohöl inzwischen fast wieder auf das Preisniveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs zurückgekehrt ist, bleibt Superbenzin rund 45 Cent teurer, Diesel sogar rund 64 Cent.

Normalerweise bewegen sich die Preise für Öl und Sprit relativ im Gleichschritt, doch derzeit sind sie weitgehend entkoppelt. Am Dienstagmittag sank der Preis für Öl der in Europa wichtigen Sorte Brent unter 100 Dollar pro Fass (159 Liter) und näherte sich den Werten vor Kriegsbeginn. Nach dem russischen Angriff war er bis Anfang vergangener Woche über 130 Dollar gestiegen. In der Spitze wurde kurzfristig sogar ein Wert von 139,13 Dollar erreicht. Seither ist der Preis allerdings wieder stark gesunken. Beim Sprit ist davon aber nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel sind in der Phase des Ölpreis-Rückgangs eher teurer als billiger geworden.

Auch beim ADAC betont man diese Diskrepanz. "Trotz aller kriegsbedingter Sondereffekte und Erklärungen für die hohen Spritpreise - irgendwo zwischen Ölförderung und Tankstelle - bleibt das zusätzliche Autofahrergeld hängen", sagt Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. "Die Mineralölkonzerne verdienen im Raffineriegeschäft derzeit richtig gutes Geld."

Raffinerien verdienen viel Geld 

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) äußerte sich ähnlich. Ein Sprecher sagte der 'Tageszeitung' (taz): "Die Raffinerien verdienen derzeit deutlich mehr Geld als vorher." Am Dienstag verwies der Verband auf eine höhere Nachfrage bei gleichzeitig zurückgegangenem Angebot. Die höheren Preise für Kraftstoffe aus heimischen Raffinerien oder dem Ausland seien "ein Indikator für eine Produktknappheit, die in diesem Fall europa- und weltweit gilt".

Auch der Geschäftsführer des Tankstellenverbands ZTG, Jürgen Ziegner, sieht diese Knappheit. Vor allem bei Diesel und ihm ähnlichen Produkten werde in Deutschland weniger produziert als verbraucht. Ein relevanter Teil des Imports sei bisher aus Russland gekommen, doch viele Händler nähmen bereits ein mögliches Importverbot vorweg.

Dadurch werde der Treibstoff knapper und damit teurer. Dazu kämen Angst und Spekulation. Und es sei auch nicht auszuschließen, dass manche Unternehmen versuchten, etwas Speck anzulegen, um für sinkende Preise gewappnet zu sein. Die Tankstellen selbst hätten dagegen kaum Möglichkeiten, die Preise zu gestalten.

Spritpreise bleiben auf hohem Niveau

Die Spritpreise stagnieren seit einigen Tagen auf sehr hohem Niveau. Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags 2,203 Euro pro Liter, wie der ADAC am Dienstag mitteilte. Das sind 0,4 Cent mehr als am Vortag und knapp ein Allzeithoch. Diesel verteuerte sich um 0,2 Cent auf 2,307 und liegt damit 1,4 Cent unter seinem Rekordwert aus der vergangenen Woche.

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KOMMENTARE


D.Buschhorn

16.03.2022 - 11:37 Uhr

Dann soll sich bitte mal der Staat einschalten oder bei den Mineralöl Steuern sparen. Irgendwo hört die freie Marktwirtschaft auf, weil das was die Multis z.Zt. machen Wucher ist. Bei der Freigabe der Ölreserven Riesenmengen , zu der Zeit noch relativ preiswert einkaufen, bunkern und nun überteuert auf den Markt werfen.Es kann nicht sein das bei unseren Nachbarn z.B. Luxemburg der Kraftstoff an den Tankstellen im Schnitt 0,60 € pro Liter preiswerter ist als bei uns.


mein name

16.03.2022 - 15:57 Uhr

Wo ist denn hier das Kartellamt und warum gibt es nicht schon längst horrende Strafen für die Abzocker? Könnte es daran liegen, dass dem Staat die aktuelle Situation sehr recht ist, da er ordentlich mit abkassiert? Der Eindruck entsteht leider zwangsweise und über diese fadenscheinige Begründung des Artikels diskutiere ich gar nicht erst, das ist verschwendete Zeit und für ein irrelevantes vorgeschobenes Thema ohne Bedeutung, sondern nur ein scheinbarer Grund für die Abzocke. Fehlt eigentlich nur noch die Begründung, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist und deshalb der Preis für Öl verzehnfacht werden muss. Das wäre für mich vergleichbar.


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